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Forschungsschwerpunkt:  

Institut für Psychotherapie und medizinsche Psychologie
Klinikstraße 3, 97070 Würzburg
Mail: psychotherapie@mail.uni-wuerzburg.de
Url: http://www.uni-wuerzburg.de/psychotherapie

Wissenschaftliche Mitglieder:

   Professoren:

   Privatdozenten:

   Wissenschaftliche Mitarbeiter:

   Sonstige beteiligte Personen und Organisationen:

Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):

Allgemeines

Das Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie wurde 1958 als erstes seiner Art in Deutschland gegründet. Es nimmt Aufgaben in Forschung, Lehre und Krankenversorgung wahr. Seine interdisziplinär angelegten Forschungen spannen sich von der erkenntnistheoretischen und klinischen Untersuchung der Grundlagen und Wirkungsweise der Psychotherapie bis hin zur empirischen Erforschung von Prozessen der Krankheitsverarbeitung und Rehabilitation. In der Lehre vertritt das Institut vier Fächer im Medizinstudium: Medizinische Psychologie und Soziologie im vorklinischen, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin im klinischen Studienabschnitt. Zur Krankenversorgung unterhält es eine psychotherapeutische Poliklinik sowie Konsiliar- und Liaisondienste für das Universitätsklinikum.



Struktur

Das Institut verfügt über zehn festangestellte und derzeit siebzehn über Drittmittel finanzierte wissenschaftliche Mitarbeiter. Es bestehen enge Kooperationen mit den Kliniken der Medizinischen Fakultät. Das Institut ist federführend im Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbund Bayern und besitzt einen Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften, der die Geschäftsstelle und forschungsmethodische Beratung des Verbunds trägt. Zwischenzeitlich verfügt das Institut auch über eine Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften.



Schwerpunkte in der Krankenversorgung

Das Institut ist im Rahmen einer poliklinischen Ambulanz in therapieschulenübergreifender Diagnostik und Behandlung von Patienten mit neurotischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen und psychosomatischen Erkrankungen sowie der psychischen Betreuung organisch Kranker tätig. Ferner werden psychotherapeutische und psychosomatische Konsiliar- und Liaisiondienste für das gesamte Klinikum der Universität angeboten. Zusätzlich verfügt das Institut über ein breitgefächertes spezielles klinisches Angebot, wie z.B. Hypnose und Entspannungsverfahren, Paar- und Familientherapien, tiefenpsychologisch fundierte Psychodramatherapie, Behandlung von Sprechängsten, Sprechhemmungen und Sprechstörungen, psychotherapeutische Behandlung von Diabetikern, Seminare gegen Flugangst, psychotraumatologische Behandlung, supportive Gesprächspsychotherapie, Adipositas-Gruppen, psychosoziale Diagnostik und Betreuung bei gastric-banding-Operation, psychosoziale Diagnostik vor Lebendnierenspende, psychosoziale Diagnostik bei Transsexuellen und Lehrtherapien, interne und externe Supervision.



Forschungsschwerpunkte



Krankheitsverarbeitung und Rehabilitation
Schwere und chronische körperliche Erkrankungen konfrontieren den Betroffenen mit psychosozialen Belastungen, die er bewältigen muss. In mehreren Projekten werden Bewältigungs- und Rehabilitationsprozesse bei körperlich Kranken untersucht. Ein besonderes Interesse gilt hier auch den subjektiven Krankheitstheorien der Patienten und der Evaluation von spezifischen Schulungsprogrammen.
Folgende Patientengruppen werden in Kooperation mit den Universitätskliniken erforscht: Krebskranke, u.a. Mammakarzinom, Lungenkarzinom, hämatologisch-onkologische Erkrankungen, Morbus Hodgkin; koronare Herzkrankheit; Multiple Sklerose; amyotrophe Lateralsklerose; chronische Pankreatitis; chronische Hepatitis C; Diabetes mellitus; Guillain-Barré-Syndrom; Erkrankungen des Bewegungsapparats.



Genetische Diagnostik bei familiärem Brustkrebs

In einem gemeinsam mit dem Institut für Humangenetik und der Universitäts-Frauenklinik durchgeführten Projekt werden Risikowahrnehmung, Früherkennungsverhalten und psychische Belastungen bei Frauen untersucht, die an familiärem Brustkrebs erkrankt sind oder aus einer Hochrisikofamilie stammen und eine genetische Beratung und ggf. Testung erhalten. Um deren langfristige Auswirkungen zu erforschen, fördert die Stiftung Deutsche Krebshilfe an elf Zentren in Deutschland interdisziplinäre Forschungsprojekte.



Psychologische Diagnostik vor medizinischen Interventionen

Eingreifende medizinische Maßnahmen setzen bei Patienten häufig eine hohe Mitarbeit bei der Behandlung (Compliance) und eine Anpassung des Lebensstils voraus. Dies gilt z.B. bei der Behandlung der massiven Adipositas durch eine Magenband-Operation. Alle Patienten werden deshalb vor der Operation und im weiteren Verlauf psychologisch untersucht. Auch Nierenkranke, die eine Lebendnierenspende vornehmen lassen wollen, und deren Angehörigen werden vor der Transplantation psychodiagnostisch untersucht. Vor entsprechenden Maßnahmen der hormonellen oder chirurgischer Transformation bei Transsexuellen wird ebenfalls eine sorgfältige Diagnostik und gegebenenfalls psychotherapeutische Behandlung angeboten.



Psychotherapieforschung, Psychotherapeutische Diagnostik und Indikationsstellung

Auf der Grundlage der Daten, die mittels der ausführlichen Basis- und Forschungsdokumentation am Institut erhoben wurden, konnte eine große Zahl von Grundlagenforschungen über Prozesse der Diagnostik und Indikationsstellung durchgeführt werden. Hierbei kommen sowohl quantitativ-empirische als auch qualitative Analysen zum Einsatz. Die Fragestellungen betreffen im einzelnen die patientenbezogene Faktoren der differentiellen Indikationsstellung und die Eigenschaften der therapeutische Arbeitsbeziehung und ihre Bedeutung für die Indikationsstellung.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Analyse der nonverbalen und expressiven Komponente der Arzt-Patienten-Beziehung, die durch aufwendige videogestütze Codierung empirisch operationalisiert werden können. Weitere Projekte behandeln die Wirkfaktoren in der Psychotherapie, die neueren Entwicklungen zum Verständnis und zur Psychotherapie von Zwangsstörungen, das nonverbale Interaktionsverhalten bei Patienten mit funktionellen Schmerzsyndromen und die Kognitionen und ihre Veränderung im Rahmen von Psychotherapie - dargestellt am Beispiel der Angststörungen.



Qualitätssicherung in der Psychotherapie und psychotherapeutische Versorgungsforschung

Eine qualitativ hochstehende Psychotherapie und eine bedarfsgerechte Versorgungsstruktur ist ein Desiderat moderner Gesundheitsversorgung. Zielsetzung dieses Forschungsschwerpunktes ist es zum einen, Konzepte von Qualitätssicherung zu erarbeiten und zu erproben, welche die Besonderheiten der Psychotherapie zugrunde legen und den Eigenarten des Versorgungsfeldes angemessen sind. Zum anderen geht es neben Versorgungs- und Bedarfsanalysen auch um die Frage, wie sich sachgerechte psychosoziale und psychotherapeutische Versorgungsstrukturen auf der Grundlage eines biopsychosozialen Modells von Krankheit und Gesundheit in einem modernen Gesundheitsversorgungssystem realisieren lassen.



Wissenschaftstheorie und Forschungsmethodik

Das Institut weist eine langjährige philosophische Tradition auf, die es dazu prädestiniert, Grundlagen der Methodologie bei der Untersuchung von psychotherapeutischen Prozessen im Spannungsfeld zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu erforschen. Dabei werden sowohl hermeneutische als auch qualitative und quantitative empirische Forschungsmethoden eingesetzt. Im einzelnen sind dies u.a. die Erarbeitung und der Vergleich von unterschiedlichen Menschenbildannahmen in der Psychotherapie und die Herausarbeitung der Hermeneutik als psychotherapeutisches Grundprinzip.



Drittmittel, Kooperationen - siehe auch Stiftungsprofessur Rehabilitationswissenschaften und Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund unter "Forschungsprojekte"

In den Jahren 1998 bis 2001 wurden Drittmittel von unterschiedlichen Institutionen (u.a. BMBF, Deutsche Rentenversicherung, Stiftung Deutsche Krebshilfe) eingeworben.
Kooperationen bestehen mit Instituten und Kliniken der Universität Würzburg sowie mit vielen nationalen (u.a. LMU München, Universität Ulm, Universität Gießen; Rehabilitationskliniken) und internationalen (u.a. Northwestern University Evanston/USA, Universidad de Chile, Universidad de Cordoba/Argentinien, Universität Kyoto/Japan) Institutionen.



Aus- und Weiterbildung

Das Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie bietet eine breite Palette an Weiterbildungsmöglichkeiten an. So für den "Facharzt für Psychotherapeutische Medizin" (evtl. künftig umbenannt in "Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie"), die ärztlichen Zusatzbezeichnungen "Psychotherapie" und "Psychoanalyse", Lehrinhalte für den "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie", ferner die Qualifikation "Psychosomatische Grundversorgung" und psychosomatische Weiterbildung für die Facharztbezeichnungen der klinisch-somatischen Fächer. Ebenso beteiligt sich das Institut an der Ausbildung zum "Psychologischen Psychotherapeuten".


Kooperationspartner sind die vom Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie gegründete "Fränkische Weiterbildungsgemeinschaft für psychotherapeutische Medizin und Psychotherapie", wozu psychosomatische und psychiatrische Kliniken im Raum Nord-Bayern und Nord-Baden/Nord-Württemberg zählen. Ferner rechnen hierzu das Institut für Psychoanalyse und analytische Psychotherapie Würzburg und das Zentrum für Integrative Psychotherapie, Universität Bamberg.


Mitarbeit in Gremien

Prof. Lang ist Vorsitzender der "Deutschen Gesellschaft für anthropologische und daseinsanalytische Medizin, Psychologie und Psychotherapie" sowie Vorsitzender der "Fränkischen Weiterbildungsgemeinschaft für Psychotherapeutische Medizin und Psychotherapie".


Prof. Lang ist Mitglied des Vorstandes und Ärztlicher Ausbildungsleiter des "Instituts für Psychoanalyse und Psychoanalytische Therapie Würzburg".


Prof. Lang ist Mitherausgeber der "Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie".


Prof. Lang ist Mitglied des International Editorial Board des "American Journal of Psychotherapy" und ist hier für die Koordination der psychotherapeutisch/-psychosomatisch englischsprachigen Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zuständig.


Prof. Lang ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats in verschiedenen Zeitschriften, u.a. "Zeitschrift für Medizinische Psychologie", "Texte - Zeitschrift für Psychoanalyse".


Dipl.-Psych. Benecke ist Vorstandsmitglied der "Fränkischen Weiterbildungsgemeinschaft für Psychotherapeutische Medizin und Psychotherapie".


Prof. Faller ist 2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie.


Prof. Faller ist Sachverständiger für Medizinische Psychologie beim Institut für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) in Mainz.


Prof. Faller ist Sprecher des Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbunds Bayern.


Prof. Faller leitete die verbundübergreifende Arbeitsgruppe "Design-Standards" im Förderschwerpunkt Rehabilitationswissenschaften.


Prof. Faller ist Sektionsleiter "Verhaltensmedizin und Psychosomatik" der "Zeitschrift für Medizinische Psychologie" und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift "Die Rehabilitation".


Dr. Schmidt ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für anthropologische und daseinsanalytische Medizin, Psychologie und Psychotherapie.

Dr. Schmidt ist Vorsitzender und Abteilungsleiter des "Instituts für tiefenpsychologisch fundierte Psychodramatherapie Würzburg".

Dr. Vogel ist Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie.

Dr. Vogel ist Mitglied des Vorstands des Gründungsausschusses der Bayerischen Kammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Dr. Vogel ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis" und Mitglied des Herausgeberbeirats der Zeitschrift "Psychotherapie und Recht".

Dr. Vogel und Dipl.-Psych. Reusch leiten die verbundübergreifende Arbeitsgruppe "Patientenschulung" im Förderschwerpunkt Rehabilitationswissenschaften.

PD Dr. Wagner wurde von der Bayerischen Landesärztekammer zum ordendlichen Kommissionsmitglied nach dem Gesetz zur Ausführung des Transplantationsgesetzes und Transfusionsgesetzes (AGTTG) ernannt.

Auszeichnungen und Preise:


Ehrungen, Berufungen


Prof. H. Lang erhielt den Égner-Preis der Universität Zürich.


Prof. H. Lang ist Ehrenmitglied der Sociedad de Neurologia, Psiquiatria y Neurocirugia de Chile.


Prof. H. Faller erhielt 2001 einen Ruf auf eine Professur für Psychosomatische Medizin an der Universität Ulm.


Prof. H. Faller ist der erste Preisträger des Springer-Psychotherapie-Preises.


Dipl.-Psych. A. Benecke erhielt zusammen mit Prof. Lang und Prof. Ertl 2001 den 3. Posterpreis der Deutschen Adipositas Gesellschaft zum Thema "Gibt es Prädiktoren für das vorzeitige Abbrechen eines langfristigen Gewichtsabnahmeprogramms?".


Dipl.-Psych. A. Benecke erhielt 1997 den Posterpreis der Deutschen Diabetes Gesellschaft zum Thema "Insulinrestfunktion bei Typ-II-Diabetikern".


Dr. H. Vogel ist Ehrenmitglied des Arbeitskreises Klinische Psychologie in der Rehabilitation im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP).


Prof. H. Weiß erhielt 1998 mit seiner Arbeitsgruppe den 2. Posterpreis der Arbeitsgruppe für Neurologische Intensivmedizin für seine Arbeit über Guillain-Barré-Patienten.

Ausstattung:
kommt noch