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Drittmittelprojekt

Titel:
9 - 11 Jahres Ergebnisse der zementierten Titan-Müller-Geradschaft-Prothesenschaftes

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Ziel der Untersuchung war es, langfristige Ergebnisse nach zementierter Titanschaftprothese zu erhalten. Hierbei lag der Schwerpunkt in der Erfassung von aseptischen Lockerungen.

Methode: 91 Patienten mit 110 Hüfttotalendoprothesen wurden klinisch und radiologisch nach einer durchschnittlichen Nachuntersuchungszeit von 9,5 Jahren nachuntersucht. Die Rekrutierungsquote betrug 86%. Klinisch wurde der Harris-Score bestimmt, radiologisch wurden die direkt postoperativen Röntgenbilder (Beckenübersicht und Lauenstein) mit den Kontrollröntgenaufnahmen entsprechend den Empfehlungen von Gruen et al. und Johnston et al. verglichen.
In 1 Fall (1%) war eine septische Komplikation nach 2 Jahren aufgetreten, der zweizeitig versorgt wurden. Lockerungsbedingte Revisionen wurden im Beobachtungszeitraum in 4 Fällen (4,4%) vorgenommen. Dies entspricht einer Revisionsrate von 5.5%. Weitere Fälle mit deutlichen Lysesäumen und der Notwendigkeit einer baldigen Revision stehen nicht an. Klinisch blieb in allen 4 Fällen der aseptischen Lockerung der Harris-Score über 75 Punkten. Insgesamt wurden in 37 Fällen mehr als ein Lysesaum im Vergleich zu den postoperativen Röntgenbilder festgestellt, die vorwiegend in den Zonen 1, 7, 8 oder 14 zu beobachten waren. Eine wesentliche Schaftverkippung oder -wanderung (> 4 mm) konnte nur in einem Fall beobachtet werden.
Die klinischen Ergebnisse waren in 78% sehr gut und gut, zufriedenstellend in 20% der Fälle. Das Patientenalter lag gemäss der Indikation, nur Pat. über 60 Jahren mit einer zementierten Schaftprothese zu versorgen, zum Nachuntersuchungszeitpunkt im Mittel bei 78,5 Jahren.
Die Fälle ohne Lysesäume waren signifikant älter als die 4 männlichen Patienten, die revidiert werden mußten (Differenz 6 Jahre). Körpergewicht (im Mittel 82 kg) und Körpergewicht im Verhältnis zu zementierter Schaftoberfläche (im Mittel 1,5 kg/cm2) war zudem in dieser Gruppe gegenüber den Patienten ohne Lysesäume (74 kg, 1 kg/cm2) signifikant erhöht. Dies traf für Geschlecht, Schaftgrösse, Schaftart, Aktivität, Harris-Score, heterotope Ossifikationen und Body-Mass-Index nicht zu.
Regelmässige Röntgenkontrollen sind notwendig, da das subjektive Befinden des Patienten nicht in Beziehung zum Lockerungszustand der Prothese steht. Nicht per se sind alle zementierten Titanschaftprothesen mit einer hohen Lockerungsrate nach einem langlfristigen Nachuntersuchungszeitraum behaftet. Das Verhältnis Körpergewicht zu zementierter Schaftfläche sollte bei der Müller-Geradschaftprothese 1-1,2 kg/cm2 nicht überschreiten.

Schlagworte:
    Totalendoprothese
    aseptische Lockerung
    Langzeit Follow-Up

Laufzeit: von 10.2000 bis 01.2003