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Drittmittelprojekt

Titel:
Klassifizierung der Altersbedingten Makuladegeneration mittels der Fundus-Autofluoreszenz: Untersuchungen zur genetischen Disposition in retinalen Genen

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) stellt heute in den Industrienationen die häufigste Ursache für einen Verlust der zentralen Sehschärfe dar. Die Ursachen für die Entwicklung einer AMD sind bisher nicht bekannt, es gilt jedoch als gesichert, dass ein komplexes Zusammenwirken von umweltbedingten und genetischen Faktoren dafür verantwortlich ist. Bei der Pathogenese spielen Funktionsstörungen des retinalen Pigmentepithels (RPE) eine zentrale Bedeutung. Altersabhängig akkumulieren in den postmitotischen RPE-Zellen autofluoreszente Lipofuszingranula, die v.a. als Nebenprodukt bei der permanenten Phagozytose von Membranscheibchen der Photorezeptor-Außensegmente entstehen. Unter Verwendung eines konfokalen Scanning Laser Ophthalmoskops sollen Veränderungen der Lipofuszin-abhängigen Fundusautofluoreszenz bei AMD-Patienten bestimmt werden. Es lassen sich mit Hilfe dieser Bilder unterschiedliche AMD-Gruppen oder Untergruppen, die vermutlich unterschiedliche AMD-Phänotypen darstellen, identifizieren. Schwierigkeiten bei der Erforschung dieser Erkrankung sind in erster Linie ihrer klinischen Heterogenität zuschreiben. Die für den Sehprozess erforderlichen komplexen metabolischen Interaktionen in der Netzhaut lassen eine große Zahl verschiedener genetischer Ursachen für eine AMD Disposition erwarten. Ziel ist es daher, dieses heterogene Patientenkollektiv genetisch zu typisieren und mögliche Korrelationen spezifischer Genvarianten mit der AMD Erkrankung aufzuzeigen. Erst nach genauer Aufschlüsselung dieses heterogenen AMD-Patientengutes wird es sinnvoll möglich sein, entsprechende AMD-Genotypen zu identifizieren.
Im Rahmen einer Fall/Kontrollstudie soll eine gut charakterisierte AMD-Kohorte auf mögliche Assoziationen mit polymorphen Sequenzveränderungen in retinaspezifischen Genen untersucht werden. Eine alterskorrelierte Kontrollgruppe soll ebenfalls autofluoreszenzgestützt charakterisiert werden und dient bei den genetischen Assoziationsstudien als Vergleichsgruppe für SNP (single nucleotide polymorphism) Allelfrequenzen. Sequenzunterschiede, die mit einer AMD oder spezifischen Untergruppen dieser Erkrankung assoziiert sind, könnten Hinweise auf mögliche pathogenetische Zusammenhänge liefern. In Zukunft könnte man damit Risikopersonen frühzeitig identifizieren und ggf. prophylaktische Maßnahmen einsetzen, die den Ausbruch der Erkrankung verhindern oder entscheidend verzögern könnten.

Schlagworte:
    AMD
    Genetik

Laufzeit: von 01.2002 bis 12.2005

Förderinstitution:
Bund
DFG