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Forschungsschwerpunkt:  

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Füchsleinstr. 15, 97080 Würzburg
Mail: IZSW@mail.uni-wuerzburg.de
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Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):
Das IZSW entwickelt sich 2000 aus dem an der Psychiatrischen Klinik etablierten "Interdisziplinären Würzburger BMBF-Suchtforschungsverbund" und soll zu einer dauerhaften Entwicklung und Förderung einer Suchtforschung im grundlagen- und anwendungsbezogenen Bereich beitragen. Hierzu gehören auch Verbesserungen der Lehre und Fort- und Weiterbildung in allen suchtassoziierten Feldern.
Forschungsschwerpunkte sind:
(1) Klinische und gentoxische Schäden nach Passivrauchen
Leiter: Dr. G. Baier (HNO-Klinik); Prof. Dr. H. Stopper (Institut für Toxikologie))
Die Bedeutung des Passivrauchens wird bei Kindern hinsichtlich Erkrankungen der oberen Atemwege und Gentoxizität analysiert. Atrophische Erkrankungen finden sich bei unter-schiedlicher genetischer Prädisposition in der passivrauchenden Gruppe signifikant häufiger als in der nichtexponierten Gruppe. Die bei exponierten Kindern signifikant erhöht gefunde-nen 4-ABP-Hämoglobinaddukte und Mikrokernraten belegen molekulare Schäden beim Pas-sivrauchen sowie einen erhöhten Genomschaden.

(2) Evaluation ambulanter Raucherentwöhnung
Leiter: PD Dr. G. Wiesbeck (Psychiatrische Klinik)
Mit der Suchtberatungsstelle der Universität und dem Gesundheitskompetenzzentrum beim Landratsamt wird ein strukturiertes, abstinenzorientiertes Raucherentwöhnungsprogramm aus einer Kombination sich bisher bewährt habender effektiver Behandlungsbausteine erprobt und evaluiert.

(3) Biopsychologische Mechanismen des Rauch-Verlangens
Leiter: Prof. Dr. P. Pauli (Psychologisches Institut)
Die kognitiv-emotionalen Lernprozesse zur Wirkung von Umweltreizen auf das individuelle Verlangen zu Rauchen ergibt, dass manche Umweltreize das Rauchverlangen fördern (insbe-sondere auch Verbotshinweise), andere dagegen gehemmt werden. Offenbar aktivieren rauch-assoziierte Reize bei Abhängigen aufgrund des vorausgegangenen regelmäßigen Nikotinkon-sums direkt Verstärkerzentren im Gehirn.

(4) Molekulare Mechanismen der Alkoholtoleranz bei Drosophila Leiterin: Dr. A. Scholz (Institut für Genetik und Neurobiologie)
Nachdem die neuronalen und molekularen Mechanismen der der Äthanoltoleranz zugrunde-liegenden Regelkreise identifiziert sind, sollen die strukturellen und funktionellen Komponen-ten des durch oktopaminerge Neurone vermittelten Mechanismen der Toleranz auf verschie-denen Ebenen untersucht werden.

(5) Neurophysiologische Erfassung der cue-reactivity bei Abhängigkeit
Leiter: PD Dr. A. Fallgatter (Psychiatrische Klinik)
Mittels ereigniskorrelierter Hirnpotentiale (EKP), fMRT, Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) und Startle-Reflex werden unter topographischen Gesichtspunkten die emotionalen und kogntiven Korrelate schlüsselreizspezifischer Hirnaktivität insbesondere bei Alkoholabhän-gigkeit untersucht.

(6) Genetik des Suchtverhaltens (Kokain)
Leiter: Prof. Dr. K.-P. Lesch (Psychiatrische Klinik)
Tierexperimentell sind Mäuse ein leistungsfähiges Modell in der Untersuchung von Suchtmit-teln wie z.B. MDMA und KoKain, die neben ihren psychotropen Wirkungen auch 5HT-abhängige Neurotoxizität verursachen. An 5HT-Transporter-knockout- und Doubleknockout-Mäusen werden neuromorphologische, biochemische, elektrophysiologische und verhaltens-pharmakologische Untersuchungen durchgeführt.

(7) Das ?endogene Neurotoxin? TaClo
Leiter: Prof. Dr. C. Bringmann, Dr. D. Feineis (Institut für Organische Chemie)
Chemisch reaktive Verbindungen, mit denen der Mensch infolge von Umwelteinflüssen, Dro-genmissbrauch oder auch durch Medikamenteneinnahme in Berührung kommt, scheinen neu-rodegenerative Prozesse auslösen zu können. Untersucht wird das neurotoxische Tetrahydro-beta-carbolin ?TaClo?, das im Menschen aus Tryptamin (?Ta?) und Chloral (?Clo?) gebildet wird und z.B. bei Einnahme des Hypnotikums Chloralhydrat oder nach Umgang mit der Schnüffeldroge Trichlorethylen gebildet wird.

Ergebnisse:
Baier G, Stopper H, Kopp C, Winkler U, Zwirner-Baier I (2002) Respiratory diseases and gentoxicity in tobacco smoke exposed children. Laryngo-Rhino-Otol 81: 1-9

Geier A., Mucha RF, Pauli, P (2000). Appetitive nature of drug cues confirmed with physio-logical measures in a model using pictures of smoking. Psychopharmacology, 150, 283-291

Herrmann MJ, Weijers H-G, Wiesbeck GA, Böning J, Fallgatter AJ (2001) Alcohol cue-reactivity in high and low social drinkers as revealed by event-related potentials. Alcohol Al-coholism 36: 588-593

Riederer P, Foley P, Bringmann G, Feineis D, Brueckner R, Gerlach M (2002) Biochemical and Pharmacological Characterization of 1-Trichloromethyl-1,2,3,4-tetrahydro-beta-carboline: A Biologically Relevant Neurotoxin? Eur J Pharmacol 442: 1-16

Scholz H, Ramond J, Singh CM, Heberlein U (2000) Functional ethanol tolerance in dro-sophila. Neuron 28: 261-271

Sora I, Hall FS, Andres A, Liu QR, Itokawa M, Li XF, Wie HB, Wichems C, Lesch KP, Murphy DL, Uhl GR (2001) Molecular mechanism of cocaine reward: combined dopamine and serotonin transporter knockouts eliminate cocaine reward. Proc Natl Acad Sci USA 98: 300-305

Weijers H-G, Wiesbeck GA, Jakob F, Boening J (2001) Neuroendocrine response to flenflu-ramine and its relationship to personality in alcoholism. J Neural Transm 108: 1093-1105