Titel:
Alternative Sanktionen zum Freiheitsentzug und die Reform des Sanktionensystems
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:
Kurzbeschreibung:
Die Arbeit beschäftigt sich mit alternativen Sanktionen zum Freiheitsentzug und insbesondere mit der Zurückdrängung der sozial höchst problematischen kurzen Freiheitsstrafe. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen das Fahrverbot, die gemeinnützige Arbeit und der elektronisch überwachte Hausarrest. Die zentralen Ergebnisse der Abhandlung können wie folgt zusammengefasst werden:
- Eine Aufwertung des Fahrverbots zur Hauptstrafe erscheint sehr problematisch. Insbesondere der Aspekte der Opfergleichheit und die Schwierigkeiten bei der Verfolgung von Missachtungen des Fahrverbots stellen zentrale Schwachpunkte der Sanktion dar.
- Auch eine verstärkte Anwendung des elektronisch überwachten Hausarrests erscheint sehr problematisch. Für den Erfolg dieser Sanktion ist eine bereits bestehende soziale Integration des Täters von zentraler Bedeutung. Insbesondere ist entscheidend, dass der Straftäter einen festen Wohnsitz hat und einer geregelten Arbeit nachgeht. Solche Straftäter werden allerdings bereits heute nur sehr selten tatsächlich zu einer kurzen Freiheitsstrafe verurteilt. Es ergibt sich demnach ein sehr geringer potentieller Anwendungsbereich der Sanktion.
- Besser geeignet erscheint hingegen eine Ausdehnung des Anwendungsbereichs der gemeinnützigen Arbeit. Die Sanktion zeichnet sich einerseits durch ihren repressiven Charakter und andererseits durch ihre resozialisierende Wirkung aus. Aus diesen Gründen ist ein Ausbau der Sanktion zur Hauptstrafe zu befürworten.
Die Arbeit zeigt die Möglichkeiten der konkreten Ausgestaltung einer Hauptstrafe gemeinnützige Arbeit auf. Auch werden mögliche begleitende Reformen des Sanktionensystems diskutiert.
Schlagworte:
Sanktionensystem
Reform
Kurze Freiheitsstrafe
Fahrverbot
Gemeinnützige Arbeit
Elektronisch überwachter Hausarrest
Halbgefangenschaft
Strafaussetzung zur Bewährung
Täter-Opfer-Ausgleich
Wiedergutmachung
Strafgeld
Laufzeit: von 03.2000 bis 12.2001
Publikationen: