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Drittmittelprojekt

Titel:
Crotonaldehyd am Arbeitsplatz, in Nahrung und Umwelt, endogene Bildung - Krebsrisikoabschätzung durch Korrelation von Exposition und DNA-Adduktbildung

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Kurzbeschreibung:
Crotonaldehyd ist in unserer Umwelt weit verbreitet. Es entsteht z.B. während der Verbrennung kohlenstoffhaltigernMaterials aber auch durch eine Reihe natürlicher Prozesse, z.B. beim Abbau organisch biologischen Materials (Kompostierung). Es ist in Lebensmitteln enthalten und wird auch in Getränken z.B. Wein gefunden. Hier soll es vor allem in guten Rotweinen, die einer zweiten Fermentation unterworfen wurden, vorkommen. In der Literatur gibt es Hinweise, dass Crotonaldehyd auch endogen bei Mensch und Tier durch oxidativen Stress und Lipidperoxidation gebildet wird.
Crotonaldehyd greift die DNA an und bildet sogenannte DNA-Addukte, die zu Mutationen und damit zur Initiation von Krebszellen führen können. Die krebserzeugende Wirkung von Crotonaldehyd wurde in Langzeitstudien nachgewiesen. Derartige DNA-Addukte können als Biomarker für das Krebsrisiko durch Crotonaldehyd herangezogen werden und geben Auskunft über die Einwirkung dieser Substanz auf das für die Krebsentstehung wichtige Ziel, die DNA.
DNA-Addukte des Crotonaldehyds wurden von einer Forschergruppe in praktisch allen menschlichen und tierischenGewebeproben nachgewiesen. Dieser Befund wurde mit einer hohen endogenen Bildung des Crotonaldehyds über Lipidperoxidation erklärt. Wir konnten dagegen solche Marker nur dann finden, wenn Versuchstiere Crotonaldehyd erhalten haben oder in Raucherlungen. Eine Krebsrisikoabschätzung hat ergeben, dass Crotonaldehyd ein beträchtliches, permanentes und natürliches Krebsrisiko darstellen würde, wenn tatsächlich solch hohe DNA-Adduktspiegel ständig auftreten würden. Ziel des Projekts ist es deshalb, die tatsächlichen DNA-Adduktspiegel als Krebsrisikomarker in Abhängigkeit von der Exposition zu ermitteln. Dazu muss auch die Nachweisempfindlichkeit im niedrigsten Dosisbereich exakt bestimmt werden, die im Bereich von einigen wenigen Addukten pro menschlichem Genom liegt.
Erst dann lässt sich das Krebsrisiko von Crotonaldehyd genauer abschätzen und erst dann kann die Bedeutung der einzelnen Expositionsarten z.B. endogene Bildung, Tabakrauch, Beruf oder Nahrung für das Krebsrisiko besser erkannt werden.

Schlagworte:
    Crotonaldehyd
    Kanzerogenese
    endogene Bildung
    DNA-Addukte als Biomarker krebserregender Wirkung

Laufzeit: von 12.2003 bis 11.2005

Förderinstitution:
DFG