Titel:
Modulation der Funktion der CD4+ T-Zellen sowie der (Immun)antwort auf eine HIV/SIV Infektion durch den kostimulatorischen Rezeptor CD28
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:
Kurzbeschreibung:
Chemotherapie bei Krebspatienten, allogene Knochenmarkstransplantationen sowie HIV-Infektionen haben häufig eine starke Reduktion der T-Zellzahl und eine damit verbundene Immunschwäche zur Folge. Zudem ist es mit den derzeitigen Therapeutika nicht möglich, HIV aus dem Körper des Infizierten vollkommen zu eliminieren. Daher ist es dringend nötig, Medikamente zu entwickeln, die in der Lage sind (I) immunkompetente Zellen in immundefizienten Patienten zu vermehren sowie (II) HIV aus dem infizierten Organismus zu entfernen. Mittels mitogener CD28-spezifischer monoklonaler Antikörper kombiniert mit HAART (hoch aktive antiretrovirale Therapie) versuchten wir in vitro PBMC (periphere mononukleäre Zellen des Bluts) von 23 HIV-Patienten zu aktivieren sowie HIV aus diesen Zellen zu eliminieren ("flush-out"- Konzept: Induktion der viralen Replikation in latent infizierten Zellen in Anwesenheit antiviraler Substanzen). Dabei wurden folgende Resultate erzielt: (1) Die mitogenen CD28-spezifischen Antikörper waren in der Lage, CD4+ T-Lymphozyten von allen HIV-infizierten Patienten zu aktivieren und zu expandieren. (2) Die Behandlung mit mitogenen CD28-spezifischen Antikörpern induzierte die Replikation von HIV in PBMC´s von 7 Patienten. (3) In PBMC´s von 4 dieser 7 Patienten war nach Kombinationstherapie (Antikörper + HAART) und nachfolgender polyklonaler Restimulation die HIV-Replikation nicht mehr induzierbar und somit das Virus in diesen Zellen nicht mehr vorhanden. Desweiteren applizierten wir zwei Rhesusaffen mitogene CD28-spezifische Antikörper in vivo: Nach Injektion der Antikörper beobachteten wir im Blut der Versuchstiere eine Vermehrung der T-Zellen, der neutrophilen Granulozyten, der Thrombozyten sowie der Immunglobuline. Unsere Ergebnisse zeigen, dass mitogene CD28-spezifische Antikörper potentiell in der Lage sind, T-Lymphozyten von HIV-Patienten zu aktivieren und somit die Replikation von HIV in latent infizierten T-Lymphozyten zu induzieren, eine Grundvoraussetzung für die Elimination von HIV aus dem infizierten Organismus. Die nach in vivo Applikation beobachtete Vermehrung immunkompetenter Zellen bei gleichzeitiger guter Verträglichkeit unterstreicht das Potential dieser mitogener CD28-spezifischer Antikörper.
Schlagworte:
T-Zellen
Immunschwäche
HIV-Infektion
Immuntherapie
monoklonale Antikörper
Laufzeit: von 11.1999 bis 10.2002
Förderinstitution:
DFG ,Genehmigungsdatum: 10.06.1999