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Drittmittelprojekt

Titel:
Subjektive Theorien von Patienten mit chronischem Rückenschmerz als Wirkfaktoren im Reha-Aufenthalt (Projekt A-3)

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:


Hintergrund

Patienten mit chronischen Erkrankungen müssen krankheitsbedingt ihr Leben verändern. Ausgehend von der Annahme, dass für Verhaltensänderungen die individuellen Vorstellungen und Bewertungen des Patienten eine entscheidende Größe darstellen, werden in diesem Forschungsprojekt die Subjektiven Theorien von Patienten über den Rehabilitationsaufenthalt erforscht. Die Untersuchung der Subjektiven Theorien erfolgt hierbei vor dem metatheoretischen Hintergrund des Forschungsprogramms Subjektive Theorien. Im Unterschied zur Fragebogenforschung erhält hier der Patient die Möglichkeit, frei über sein individuelles Modell zur Rehabilitation seiner Erkrankung zu sprechen. Als Methode zur Erhebung und Darstellung der Subjektiven Theorien wurde eine vereinfachte Form der Heidelberger Struktur-Lege-Technik (Scheele und Groeben, 1988) angewandt. Aufgrund bisheriger Arbeiten (Wagner, 1995, 1998) kann davon ausgegangen werden, dass Patienten sehr differenzierte Vorstellungen von ihrer Erkrankung haben, die auch einen Einfluss auf ihr Verhalten und somit auf die Akzeptanz und den Erfolg der Rehabilitationsmaßnahmen haben. Ob sich dieser Zusammenhang bei Patienten mit chronischem Rückenschmerz replizieren lässt und welche Auswirkungen auf den Rehabilitationserfolg sich daraus ergeben, soll untersucht werden.



Ziele und Fragestellungen

Ziel des Projektes ist es zunächst, die Innensicht des Patienten methodisch differenziert zu erheben. Danach sollen im Sinne einer explanativen Validierung diese Subjektiven Theorien auf ihre Realgeltung hin geprüft werden. Die Subjektiven Theorien, die sich bei dieser Überprüfung bewährt haben, sollen als Hypothesencorpus für die weitere wissenschaftliche Theorienbildung im Bereich der Rehabilitation und somit zur Optimierung des Reha-Verlaufs herangezogen werden.



Studiendesign

Nach einer halbjährigen Einarbeitungs- und Testphase wurden in einem Zeitraum von eineinhalb Jahren 102 Patienten einer Reha-Klinik, die an chronischem Rückenschmerz leiden, in die Untersuchung aufgenommen. Bei 42 Patienten wurde die Subjektive Theorie zu Beginn des Reha-Aufenthalts erhoben und überprüft. Bei 29 dieser 42 Patienten erfolgte eine zweite Erhebung am Ende der Reha. 60 Patienten erhielten die normale Behandlung ohne Erhebung ihrer Subjektiven Theorie. Mit dieser Kontrollgruppe soll der Einfluss der Erhebung selbst überprüft werden. Die Zuteilung zu den Gruppen erfolgte über externe Randomisierung. Im Anschluss an die Erhebung und Prüfung der Theorien wurden überindividuelle Modalstrukturen gebildet (z. B. getrennt für Männer und Frauen). Zusammenhänge zwischen Subjektiver Theorie und Variablen des Reha-Aufenthalts können nun differenziert überprüft werden. Im prospektiven Teil der Studie soll der Zusammenhang zwischen den Subjektiven Theorien der Patienten und ihrem Rehabilitationserfolg zu den verbundeinheitlichen Katamnesezeitpunkten (drei Monate und ein Jahr nach dem Beginn der Reha-Maßnahme) überprüft werden. Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre. Aufgrund der hohen Komplexität der erhobenen Subjektiven Theorien wurde das Projekt kostenneutral um drei Monate verlängert.

Schlagworte:
    subjektive Theorien
    chronischer Rückenschmerz
    Motivation
    Schmerzbewältigung
    Krankheitsbewältigung

Laufzeit: von 09.1998 bis 11.2001

Förderinstitution:
Sonstige öffentliche Mittel ( VDR )

Publikationen:

Links:
RFB-Homepage