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Drittmittelprojekt

Titel:
Einbindung des Kliniksozialdienstes in den Besuchsdienst der Unfallversicherung. Evaluation eines laufenden Modellprojektes.

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Im Kontext von Maßnahmen der Qualitätssicherung in der Rehabilitation der gesetzlichen Unfallversicherung hat der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) am 01.07.2005 ein Modellprojekt initiiert, in welchem der Kliniksozialdienst der zum Verletzungsartenverfahren (VAV) zugelassenen Krankenhäuser noch gezielter in die Versorgungsstruktur der gesetzlichen Unfallversicherung (UV) eingebunden wird.

Hintergrund dieses Vorgehens ist die Tatsache, dass das Aufgabenspektrum des Kliniksozialdienstes auch Leistungen und Zielsetzungen umfasst, die dem Anliegen des Besuchsdienstes der gesetzlichen Unfallversicherung in der Betreuung von Unfallversicherungspatienten in hohem Maß entgegenkommen. Entsprechend ist es das Ziel des Modells, Synergieeffekte, die durch die Nähe und den engen Kontakt des Kliniksozialdienstes zu Patienten, Ärzten und örtlichen Leistungserbringern entstehen, zu nutzen und Kommunikationsstrukturen zu optimieren. Hierbei soll dem unfallverletzten Patienten so früh wie möglich eine qualifizierte Beratung angeboten werden und die Einleitung von erforderlichen Maßnahmen des UV-Trägers schnellstmöglich umgesetzt werden.

Am Modellprojekt des Bundesverbandes der Unfallkassen (BUK) nehmen bundesweit ca. 50 Akutkrankenhäuser teil.

Die wissenschaftliche Evaluation des Projektes erfolgt durch den Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften des Instituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität. Die wissenschaftliche Begleitung (November 2005 bis Mai 2006) zielt dabei auf die Bereitstellung von Prozess- und Outcomedaten, welche eine Beurteilung der erwarteten Synergieeffekte und eine Bewertung des Potenzials des Modells erlauben. Hierzu erfolgt ein ergebnis- und prozessorientierter Evaluationsansatz.

Die Grundlage für die Ergebnisevaluation bilden Berichte der Kliniksozialdienste, welche durch die Unfallversicherungsverwaltung gewonnen werden. Anhand einer Checkliste wird der Nutzen der Sozialdienstberichte für die Rehabilitationssteuerung bewertet und die Erreichbarkeit und Betreuungsquote dokumentiert. Für die empirische Bewertung der Outcome-Parameter sind Referenzdaten erforderlich, welche durch Aktenanalysen gewonnen werden. Als Referenzgrundlage dient eine Zufallsstichprobe von n = 100 Fällen. Die Datengewinnung erfolgt mit Hilfe eines eigens hierfür konzipierten Dokumentationsbogens.

Mit Hilfe der Prozessevaluation wird die Implementierung des Modells in den beteiligten Krankenhäusern dokumentiert und bewertet und es werden die Verfahrensabläufe beschrieben. Weiterhin wird der benötigte Aufwand für die teilnehmenden Modellkliniken abgeschätzt. Hierzu werden halbstrukturierte Interviews mit Mitarbeitern des Kliniksozialdienstes und Sachbearbeitern der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften geführt. Im Anschluss an die Evaluation soll eine Fachtagung mit den beteiligten Sozialdiensten und Sachbearbeitern durchgeführt werden.

Bis Ende April 2006 werden durch das wissenschaftliche Institut die Daten der Ergebnis- und Prozessevaluation integriert; hieraus werden Empfehlungen für die routinemäßige Einbindung des Kliniksozialdienstes in den Besuchsdienst der Unfallversicherung abgeleitet und erstellt.

Schlagworte:
    Gesundheitssystemforschung
    Unfallversicherung
    Sozialdienst
    Krankenhaus

Laufzeit: von 11.2005 bis 05.2006

Förderinstitution:
Sonstige öffentliche Mittel ( Bundesverband der Unfallkassen )