Startseite: Forschungsbericht      Personenindex      Schlagwortindex      zugeh.Orgeinheit            Page in english      Impressum+Datenschutz   

Drittmittelprojekt

Titel:
Fremdstoffmetabolisierende Enzyme und ihre Bedeutung für die zelltyp-spezifische Suszeptibilität gegenüber chemischen Carcinogenen

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Fremdstoffmetabolisierende Enzyme spielen eine duale Rolle in der chemischen Carcinogenese: Einerseits bewirken sie durch chemische Umsetzung die Erhöhung der Wasserlöslichkeit von Fremdstoffen und machen sie dadurch besser ausscheidbar, andererseits treten als Intermediate in den entsprechenden Stoffwechselwegen mitunter DNS-reaktive Zwischenprodukte auf, die ein erhöhtes gentoxisches Potential besitzen. Die Balance zwischen Aktivierung und Inaktivierung eines potentiellen Mutagens im Zuge seines Metabolismus im Organismus ist eine wesentliche Determinante seines carcinogenen Potentials. Im vorliegenden Projekt wird untersucht, inwieweit dies eine Rolle für die Gewebs- und Zelltypspezifität von Carcinogenen spielt. Hierzu werden Untersuchungen auf drei Ebenen durchgeführt. Auf der Ebene der einzelnen Enzyme erfolgt die Aufklärung von Reaktionsmechanismen und ihrer Bedeutung für die Detoxifizierungsfunktion, die Analyse der transkriptionellen Regulation, der subzellulären Lokalisierung der Genprodukte und der analytische Nachweis von Enzympolymorphismen. Diese Untersuchungen konzentrieren sich auf die für die chemische Carcinogenese besonders wichtigen Epoxid-detoxifizierenden Enzyme, nämlich die Epoxidhydrolasen und die Glutathion-S-Transferasen. Auf der zweiten Ebene wird das Zusammenspiel von Enzymen in der Umsetzung von Carcinogenen untersucht. Hierzu werden über stabile Transfektion von Säugerzellen mit polycistronischen Konstrukten Zellkulturmodelle geschaffen, die aktivierende Cytochrom-P450-Isoenzyme und Epoxidhydrolasen sowie gegebenenfalls zusätzlich UDP-Glukuronosyltranferasen aufgrund ihrer Codierung auf einem gemeinsamen Gen in konstanten Verhältnissen innerhalb einer individuellen Zelle exprimieren. Diese Modelle werden zur Untersuchung der Bedeutung der jeweiligen Enzyme im Metabolismus der Modellcarcinogene Aflatoxin B1 und Benzo[a]pyren eingesetzt. Auf einer dritten Ebene erfolgt die vergleichende Untersuchung der Expression fremdstoffmetabolisierender Enzyme in unterschiedlichen Zelltypen des gleichen Gewebeverbandes, um Hypothesen über die Rolle einzelner Enzyme für die unterschiedliche Suszeptibilität der verschiedenen Zelltypen gegenüber carcinogenen Stimuli zu entwickeln. Diese sollen in der Folge durch Generierung und Untersuchung entsprechender Zellkulturmodelle (s.o.) verifiziert oder falsifiziert werden.

Schlagworte:
    Epoxid
    Raumstruktur
    Enzymatischer Mechanismus
    Transkriptionskontrolle
    Subzelluläre Lokalisation
    Polymorphismus
    Gentoxizität
    Transgene Zelllinien
    IRES

Laufzeit: von 01.1996 bis 12.2002

Förderinstitution:
DFG