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Drittmittelprojekt

Titel:
Einfluss hochfrequenter Felder des Mobilfunks auf das blutbildende System in vitro: Untersuchung zur Reproduzierbarkeit der Ergebnisse

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Kurzbeschreibung:
Ziel des Forschungsvorhabens ist, mögliche Wirkungen elektromagnetischer Felder im Frequenzbereich des Mobilfunks zu untersuchen. Dabei stehen Wirkungen, die das blutbildende System, das Immunsystem und die Kanzerogenese betreffen, im Mittelpunkt dieser Studie.
In Anbetracht der Tatsache, dass der Mobilfunk weltweit nach wie vor in steigendem Maße genutzt wird, ist es von großer Bedeutung, mögliche Effekte der verwendeten elektromagnetischen Felder auf biologische Systeme genau zu untersuchen. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Studien zu diesem Thema durchgeführt worden. Insbesondere das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm hat sehr stark zum derzeitigen Stand des Wissens beigetragen. Dennoch sind besonders zwei Fragestellungen bisher noch nicht mit ausreichender Sicherheit beantwortet: die Frage nach Langzeitwirkungen und die Frage nach besonderen Wirkungen auf Kinder. Kinder sind deutlich länger und teilweise auch höher exponiert. Besonders zu erwähnen ist hier das aktive Knochenmark im Schädelknochen, in dem sich die blutbildenden Zellen befinden. Außerdem sind Kinder teilweise empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen. Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang langfristige Wirkungen mit Hinblick auf das blutbildende System, das Immunsystem und die Kanzerogenese.
Im bereits abgeschlossenen Forschungsvorhaben FM 8851 wurden mit dieser Zielsetzung bereits zahlreiche Endpunkte untersucht. So konnte festgestellt werden, dass die untersuchten Felder keinen Einfluss auf Apoptose, DNA-Reparatur, Zellzyklus, oxidativen Stress und Histonacetylierung ausüben. Ebenfalls untersucht wurden Differenzierungsprozesse und DNA-Schäden. Für diese Endpunkte war jedoch keine eindeutige Interpretation der Ergebnisse möglich. Bezüglich des DNA-Schadens war eine signifikante Verringerung durch GSM-Exposition zu beobachten. Die absolute Höhe der Veränderung war jedoch sehr gering, so dass die biologische Relevanz dieser Beobachtung unklar blieb. Die Ergebnisse bezüglich der Differenzierung zeigten zwar keine signifikanten Änderungen, allerdings waren die Ergebnisse aufgrund deutlich stärkerer Variabilität als bei anderen Endpunkten nur eingeschränkt interpretierbar. Konkretes Ziel des Forschungsvorhabens FM 8863 ist es, diese Endpunkte detailliert zu untersuchen, um Klarheit darüber herzustellen, ob elektromagnetische Felder des Mobilfunks DNA-Schäden bzw. Differenzierungsprozesse im humanen hämatopoetischen System auslösen bzw. beeinflussen. Das Forschungsvorhaben FM 8863 wird dazu beitragen, die vorhandenen Wissenslücken zu schließen. Es werden blutbildende Zellen mit unterschiedlich modulierten Feldern, die den verschiedenen Mobilfunkstandards (GSM, UMTS, LTE) entsprechen, exponiert. Dabei werden Intensitäten, die typischerweise bei Handytelefonaten
auftreten, untersucht. Zum Abschluss werden die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens unter Berücksichtigung publizierter Studien eingeordnet und im Rahmen
einer Risikobeurteilung charakterisiert.

Schlagworte:
    elektromagnetische Strahlung
    Mobilfunkstrahlung
    nichtionisierende Strahlung
    hämatopoetische Stammzellen
    hämatopoetisches System
    Differenzierung
    Gentoxizität
    Apoptose
    Zellzyklus
    oxidativer Stress

Laufzeit: von 01.2015 bis 12.2015

Förderinstitution:
Bund ,Genehmigungsdatum: 16.12.2014

Vorläuferprojekt:
Stopper-Hintzsche-Bundesamt für Strahlenschutz

Publikationen: