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Drittmittelprojekt

Titel:
A2B Adenosin Rezeptoren in der kardiovaskulären Pathologie - von der Medizinischen Chemie zur molekularen Genetik

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Adenosin ist ein kleines Molekül, das einerseits als Baustein von Nukleinsäuren und ATP dient, andererseits reguliert es die Funktion von praktisch jeder Körperzelle. Diese regulatorischen Eigenschaften vermittelt Adenosin über Rezeptoren, die zur Familie der G Protein-gekoppelten Rezeptoren gehören. Wir kennen derzeit vier Subtypen solcher Rezeptoren, die eine unterschiedliche Gewebeverteilung aufweisen. Sie werden dann stimuliert, wenn Adenosin freigesetzt wird, z.B. wenn Zellen einen hohen Energiebedarf aufweisen und damit viel ATP verbrauchen. Das Adenosinsignal kann daher als eine "Drehzahlbegrenzung" unseres Körpers angesehen werden. Eine allgemein bekannte Aufhebung dieser Drehzahlbegrenzung wird durch den Genuß von Kaffee oder Tee erreicht, da Coffein und andere Methylxanthine Antagonisten an Adenosinrezeptoren sind. Die Besetzung eines Rezeptors mit Coffein blockiert die sedierende Wirkung des Adenosins und so ist die aufmunternde Wirkung coffeinhaltiger Getränke zu erklären.
Von den oben erwähnten vier Subtypen ist über den A2B Rezeptor am wenigsten bekannt. Insbesondere sein ubiquitäres Vorkommen und seine niedrige Affinität für Adenosin lassen vermuten, daß er eine Bedeutung in Situationen hat, in denen große Mengen an Adenosin freigesetzt werden. Dies geschieht bei krankhaften Zuständen, die mit dem Absterben von Zellen einhergehen wie z.B. beim Herzinfarkt. Für das Ziel, mit verschiedenen Methoden die Rolle dieses Rezeptors im kardiovaskulären System zu erforschen, haben sich vier Arbeitsgruppen in Schweden (Prof. Fredholm, Karolinska Institut), Italien (Prof. Cristalli, Universität Camerino) und in Würzburg (Prof. Hein, Prof. Klotz, Institut für Pharmakologie und Toxikologie) zu einem multidisziplinären Projekt zusammengeschlossen. Mit molekulargenetischen Methoden sollen Mäuse hergestellt werden, die den A2B Rezeptor überexprimieren. Es sollen dann die Unterschiede zwischen diesen transgenen und den Wildtyptieren untersucht werden. Entsprechend sollen auch Tiere, bei denen das Gen für diesen Rezeptor ausgeschaltet wurde, untersucht werden. Auf der anderen Seite sollen Substanzen entwickelt werden, die mit hoher Affinität und Selektivität an den A2B Rezeptor binden. Auch auf diesem völlig anderen Weg erhoffen wir uns Aufschluß über die Funktion dieses noch wenig verstandenen Rezeptors.
Die Aufklärung der Funktion dieses und anderer Rezeptoren bietet die Grundlage für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze. Im Falle des A2B Adenosinrezeptors erhoffen wir uns neue Impulse für die Behandlung ischämischer Erkrankungen des kardiovaskulären Systems, aber auch für Asthma und verschiedene neurodegenerative Erkrankungen, für die auch der A3 Rezeptor ein Angriffspunkt sein könnte.

Schlagworte:
    Adenosin
    kardiovaskuläre Pathologie
    G Protein gekoppelte Rezeptoren
    Ischämie

Laufzeit: von 05.1998 bis 04.2002

Förderinstitution:
EU ,Genehmigungsdatum: 25.06.1997

Publikationen: