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Forschungsschwerpunkt:  

Lehrstuhl für Kinderheilkunde
Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg
Mail: Rutkowski_s@kinderklinik.uni-wuerzburg.de
Url: http://www.kinderklinik.uni-wuerzburg.de

Wissenschaftliche Mitglieder:

   Professoren:

   Privatdozenten:

   Wissenschaftliche Mitarbeiter:

   Sonstige beteiligte Personen und Organisationen:

Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):
Die Leitung der multizentrischen Therapieoptimierungsstudie HIT 2000 zur Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit einem intrakranial lokalisierten primitiv neuroektodermalen Tumor (PNET/Medulloblastom) und Ependymom erfolgten an der Universitäts-Kinderklinik Würzburg. Primäre Ziele der Studie sind das Erreichen einer vergleichsweise hohen Wahrscheinlichkeit des PFS und EFS der Studienpatienten durch Intensivierung von Chemotherapie und/oder Bestrahlung, durch risikoadaptierte Therapie bei exakt definierter Risikogruppenzuordnung sowie durch verbesserte Qualitätskontrollen. Weitere Ziele sind eine vergleichsweise geringe Rate möglicher Spätfolgen durch Verzicht auf eine Bestrahlung oder Reduktion der kranio-spinalen Bestrahlungsdosis bei jüngeren Kindern mit einem Medulloblastom. Im Rahmen einer randomisierten Phase-III-Studie wird bei Patienten mit einem nicht-metastastierten Medulloblastom und einem Alter von 4 - 21 Jahren untersucht, ob eine hyperfraktionierte Strahlentherapie zu einem höheren PFS mit vergleichbaren Spätfolgen führt im Vergleich zu einer konventionellen Strahlentherapie mit reduzierter kranio-spinaler Dosis. In Anbindung an die Studie HIT 2000 wurde das Referenzzentrum für Liquordiagnostik bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Hirntumoren an der Universtitäts-Kinderklinik Würzburg etabliert. Zur Erfassung von Residualschäden und Lebensqualität von Kindern mit Medulloblastom werden entsprechende neuropsychologische Begleitstudien durchgeführt. Außerdem wird bei abwehrgeschwächten Patienten geprüft, ob bestimmte Genotypen (sog. Polymorphismen) bei Molekülen des angeborenen Immunsystems das Risiko für infektiöse Komplikationen erhöhen.

Ergebnisse:
Die Ergebnisse der multizentrischen Studie HIT 2000 stehen noch aus, da die Laufzeit von 01.01.2001 bis 31.12.2005 terminiert ist. Es stehen die Ergebnisse der Vorgängertherapiestudie HIT 91 zur Verfügung. Dabei wurde für Kinder ohne sichtbare ZNS-Metastasen im sog. Erhaltungschemotherapiearm ein 4-Jahre-PFS von 79 % erzielt. Patienten mit Metastasierung hatten ein signifikant schlechteres 4-Jahre-PFS von 34 %. Für die Patienten mit supratentoriellem PNET ohne Metastasierung lag das 4-Jahre-PFS bei 50 %. Beim Ependymom in gleicher Altersgruppe lag das 4-Jahre-PFS bei 49 %. Die Toxizität der Therapien war insgesamt vertretbar. Ergebnisse der Therapiestudie HIT SKK 92: Säuglinge und junge Kleinkinder mit Medulloblastom ohne Metastasierung konnten zu 74 % auch unter Verzicht auf eine Strahlentherapie durch zusätzliche intraventrikuläre Chemotherapie mit Methotrexat geheilt werden (6-Jahre-PFS). Dieses Ergebnis wurde im internationalen Vergleich auch durch andere, aggressivere Therapieformen bislang nicht erreicht.