Startseite: Forschungsbericht      Personenindex      Schlagwortindex      zugeh.Orgeinheit            Page in english      Impressum+Datenschutz   

Drittmittelprojekt

Titel:
Untersuchungen zur Pathogenese des bullösen Pemphigoids in vivo in einem xenogenen SCID-hu Transplantationsmodell und in vitro an Kryostatschnitten humaner Haut

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Das bullöses Pemphigoid (BP) ist eine subepidermal blasenbildende Autoimmundermatose. Im Serum von BP-Patienten lassen sich Autoantikörper gegen hemidesmosomale Strukturproteine basaler Keratinozyten nachweisen. Hierzu zählen vor allem das transmembranöse 180 kD Protein (BP180, Typ XVII Kollagen) und das intrazellulär gelegene BP230. Die pathogenetische Bedeutung dieser Autoantikörper war bislang jedoch unklar. Nach passivem Transfer der Autoantikörper von BP-Patienten kreuzreagieren diese nicht mit muriner Haut und induzieren dort keine Blasen. Wir transplantierten daher SCID-Mäuse mit humaner Haut und injizierten das eingeheilte Tansplantat mit der aufgereinigten IgG-Fraktion von BP-Patienten und Kaninchen, die wir mit einer rekombinanten Form von BP180 immunisiert hatten. Anders als in der benachbarten Maushaut kam es nun zu einer guten Bindung des injizierten IgG an die dermo-epidermale Junktionszone des Transplantats. Eine Blasenbildung des Transplantats fand sich jedoch weder klinisch noch histologisch. In der Folge inkubierten wir daher Gefrierschnitte humaner Haut zunächst mit Seren von BP-Patienten und unmittelbar anschliessend mit Leukozyten gesunder Spendern. Im Gegensatz zum Serum gesunder Spender führte dies zur Anheftung der Leukozyten an die dermo-epidermale Junktionszone, zur Freisetzung von Proteasen und zur subepidermalen Spaltbildung. Ein Antigenmapping unter Verwendung monoklonaler Antikörper gegen BP230, Typ IV Kollagen und Laminin 5 zeigte, dass die Spaltbildung innerhalb der Lamina lucida der dermo-epidermalen Junktionszone erfolgt. Auch Antikörper gegen BP180 von 2 immunisierten Kaninchen erzeugten im Gegensatz zu präimmunem Kaninchen IgG subepidermale Blasen. Um die Spezifität der pathogenetisch relevanten Autoantikörper näher zu charakterisieren, reinigten wir BP-Seren gegen rekombinantes humanes BP180 NC16A affinitätschromatographisch auf, das kovalent an eine Matrix gekoppelt wurde. Die Reaktivität und Spezifizität der eluierten Fraktion und des Durchflusses wurden mittels indirekter Immunfluoreszenz und Immunoblot untersucht. Die NC16A-spezifischen Patienten-Autoantikörper und Antikörper, die wir analog aus den Kaninchen-Seren aufreinigten, wurden im Kryostatschnitt-Modell untersucht. Die für BP180 NC16A spezifischen Antikörper, nicht aber die Durchflußfaction (präadsorbierte BP-Seren, die keine Reaktivität mehr gegen BP180 NC16A aufwiesen) induzierten subepidermale Blasen. In weiteren Versuchen stellten wir durch Pepsinverdau F(ab?)2 Fragmente der BP180-spezifischen Patienten-Autoantikörper her. Im Gegensatz zu den unverdauten, intakten Antikörpern induzierten die F(ab?)2 Fragmente keine Blasen mehr. Unsere Ergebnisse zeigen erstmals dass Autoantikörper gegen BP180 von BP-Patienten subepidermale Blasen induzieren. Dieses Modell kann für weitere Untersuchungen durch Autoantikörper hervorgerufener Entzündunsreaktionen innerhalb der Haut verwendet werden.

Schlagworte:
    Pemphigoid
    Epidermolysis bullosa acquisita
    Autoantikörper

Laufzeit: von 01.2000 bis 12.2002

Förderinstitution:
DFG ,Genehmigungsdatum: 01.09.1999

Publikationen: