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Drittmittelprojekt

Titel:
Untersuchungen zum Einfluß von Östrogenen auf die Transplantatvaskulopathie im Tiermodell.

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Klinische Erfahrungen und epidemiologische Beobachtungen haben gezeigt, dass Östrogene eine signifikante Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität bewirken. So ist mit einer postmenopausalen Hormonsubstitution ein deutlich erniedrigtes Infarktrisiko verbunden. Es wird auch angenommen, dass die ungleiche Geschlechterverteilung beim Auftreten der linksventrikulären Hypertrophie mit Bevorzugung des männlichen Geschlechts auf protektive Wirkungen der Östrogene der Frauen zurückzuführen ist.
In der Pathogenese der Transplantatvaskulopathie (TVS) nach Herztransplantation sind die Risikofaktoren der allgemeinen Arteriosklerose wie die arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie und Diabetes mellitus vermutlich beteiligt. Ein protektiver Effekt der Östrogene auch auf die TVS nach Herztransplantation wird deshalb angenommen.
Der Nachweis der Expression von Östrogenrezeptoren auf Kardiomyozyten der Ratte lässt jetzt einen direkten östrogenvermittelten Wirkmechanismus dieses Hormons am Herzen erwarten.
Dieses Projekt diente dem Nachweis von östrogenvermittelten Wirkungen auf die TVS nach heterotoper Rattenherz-Transplantation. Es galt zu klären, ob es sich um einen genomischen, physiologischen Effekt handelt oder um einen pharmakologischen Effekt.
Die Transplantationen wurden in der Stammkombination LEW→F344 durchgeführt, wobei ausschließlich weibliche Tiere verwendet wurden. Die Empfängertiere waren sämtlich ovarektomiert. Die Gruppeneinteilung der Tiere erfolgte nach der Medikation: 17-β-Estradiol, ICI 182780 (Östrogenrezeptor-Antagonist), Coumestrol (Phytoöstrogen) und Kontrollen; alle Tiere erhielten bei einer Gesamtversuchsdauer von 150 Tagen Cyclosporin A für 14 Tage zur Immunsuppression.
In den konventionellen histologischen Aufarbeitungen der Transplantate zeichnet sich eine deutlich geringere TVS in den Östrogen und insbesondere Coumestrol behandelten Tieren ab. Die Kontrollen und auch die ICI behandelten Tiere weisen eine starke TVS in den Transplantaten auf. Verschiedene immunhistochemische Färbungen deuten auf eine Reduktion von cytotoxischen T-Zellen und Makrophagen in den Transplantaten mit verringerter TVS hin. Die starke Ausprägung der TVS in den Transplantaten der ICI behandelten Tiere deutet auf einen Rezeptor-vermittelten Wirkmechanismus der Östrogene in diesem Modell hin. Um dies weiter zu erarbeiten sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich.

Schlagworte:
    Herz-Transplantation
    Ratte
    Transplantatvaskulopathie
    Östrogene

Laufzeit: von 01.1999 bis 01.2000

Förderinstitution:
Landeshaushalt Wissenschaftsministerium ,Genehmigungsdatum: 07.01.1999