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Drittmittelprojekt

Titel:
Malerei als "pia philosophia". Bilderfindung und Bedeutungsstruktur in den
religiösen Gemälden Sandro Botticellis (Habilitationsprojekt)

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Kurzbeschreibung:
Sandro Botticelli gilt unbestritten als herausragender Vertreter der
Florentiner Quattrocento-Malerei; die Erforschung seines Werkes freilich
wird bisher einseitig von kulturgeschichtlichen Interessen dominiert.
Demgegenüber soll hier der spezifischen künstlerischen Intelligenz
Botticellis nachgegangen werden. Die Gestaltung seiner Bilder als
?sinnvolle Form' resultiert aus der außerordentlichen Fähigkeit, mit
kompositionellen Mitteln Bedeutungsstrukturen zu erzeugen; die
Intellektualität und die geistesgeschichtliche Relevanz des Malers tritt
weniger im Stofflichen als in der Darstellungsweise selbst hervor. Die
Impulse eines Ficino oder Polizian werden deshalb nicht geleugnet, aber
gänzlich neu bewertet; wie es scheint, entfalteten sie ihre Wirksamkeit
vor allem im Bereich der religiösen Gemälde Botticellis. Begreift man seine
Werke als Bildphilosophie sui generis, werden Phänomene wie die Abkehr von
Albertis Bildbegriff oder die zunehmende Betonung des Zeichnerischen erst
voll verständlich. Aus ihnen konstituierte sich eine neuartige Ästhetik,
deren entwicklungsgeschichtliche Bedeutsamkeit bislang kaum wahrgenommen
wurde. Es kann nachgewiesen werden, daß seine Bilder fundamentale Beiträge
zur Erneuerung des neuzeitlichen Altar- und Heiligenbildes lieferten, die
ihre Wirkung auf die Folgegeneration nicht verfehlten.

Schlagworte:
    Botticelli
    Sakrale Kunst
    Altarbilder
    Pia philosophia
    Ficino
    Disegno
    Künstlerische Intelligenz

Laufzeit: seit 1.2000

Publikationen: