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Drittmittelprojekt

Titel:
Zusammensetzung und Herkunft der Granateinlagen alamannischer Cloisonnearbeiten des 5. bis 7. Jahrhunderts

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Die Granateinlagen von 48 Cloisonnéarbeiten des 5. bis 7. Jahrhunderts aus alamannischen Gräbern wurden mit der Elektronenstrahl-Mikrosonde zerstörungsfrei analysiert. Von der chemischen Zusammensetzung der verwendeten Granate ausgehend kann man zwei Gruppen unterscheiden, eine Gruppe mit Almandin-Prop-reichem Granat und eine zweite mit Pyrop-Uwarovit-Knorringit-reichem Granat. Die erste Gruppe stimmt chemisch sehr gut mit dem Streubereich von Rohgranat aus Indien und Sri Lanka überein. Das untermauert die Vorstel-lungen der Archäologie, dass Granat für die Cloisonnéarbeiten aus Indien stammt. Die zweite Gruppe ist chemisch un auch vom optischen Erscheinungsbild völlig identisch mit dem be-kannten „böhmischen Pyrop“, der seit Jahrhunderten zur Schmuckherstellung gewonnen wird und in seiner exotischen Zusammensetzung als Schmuckstein unverwechselbar ist. Interessan-terweise ergibt sich für die Verwendung der Granate beider Gruppen eine strenge zeitliche Korrelation: Indischer Granat der Gruppe 1 wurde bis ins ausgehende 6. Jh. ausschließlich verwendet, ab dem 7. Jh. kam ausschließlich böhmische Pyrop zum Einsatz. Dieser abrupte Wechsel läßt sich durch einen Krieg am Eingang des Roten Meeres zwischen Jemen und Ä-thiopien um 590 n. Chr. erklären. Der Seehandelsweg von Indien wurde dadurch unterprochen und die Schmuckhersteller mußten zwangsläufig auf „heimische“, qualitativ weniger gute Granatquellen zurückgreifen. Ungekärt ist bislang, warum dieser Einschnitt nur im süddeut-schen Bereich so auffällig ist, im Norden konnte er bislang so nicht nachgewiesen werden.

Schlagworte:
    Alamannen
    Cloisonnearbeiten
    Granat
    indischer Granat
    böhmischer Pyrop

Laufzeit: von 01.1996 bis 12.2000

Publikationen: