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Forschungsschwerpunkt:  

Lehrstuhl für Philosophie III
Institut für Philosophie, Residenz - Südflügel, 97070 Würzburg
Mail: andreas.speer@mail.uni-wuerzburg.de
Url: http://www.uni-wuerzburg.de/philosophie/vv/

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Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):
Philosophie und Weisheit im Mittelalter.
Ein Beitrag zur Genese des abendländischen Philosophieverständnisses.

Weisheit zählt in den unterschiedlichsten Kulturen und Epochen zu den Grundbegriffen einer umfassenden, zugleich theoretischen wie praktischen Daseinsorientierung. Im Unterschied zum identitätsstiftenden Mythos ist der Weisheit ein transkultureller, universal-menschlicher Charakter eigentümlich. Sie begegnet als ein ausgezeichnetes Wissen, das zum einen auf menschlicher Erfahrung beruht; zum anderen wird ihr göttlicher Ursprung betont. Wird die Weisheit philosophisch auf den Begriff gebracht, so wird zugleich nach einem Begriff der Philosophie gefragt. Dies geschieht begriffsgeschichtlich faßbar erstmals im antiken Griechenland, das seinerseits mit den Weisheitstaditionen des Vorderen Orients eng verbunden ist. Hier liegt der Ausgangspunkt für eine philosophische Begriffsbestimmung der Weisheit, in die im geschichtlichen Fortgang andere Weisheitstraditionen eintreten, sofern diese Gegenstand eines genuin philosophischen Interesses sind. Hierbei muß man insbesondere die Tatsache im Auge behalten, daß mit der «philosophischen» Thematisierung des Weisheitsbegriffs - zumeist in kritischer Distanznahme gegenüber den vorausliegenden Weisheitstraditionen - zugleich eine Selbstverständigung darüber verbunden war und ist, was Philosophie ist.
Der heutzutage oftmals inflationär gebrauchte Begriff der Philosophie bestimmt sich also in Korrespondenz zur Weisheit. Mit dieser Etymologie: Philosophie als Liebe zur und Streben nach Weisheit, verbunden ist zugleich ein Philosophie-Ideal, welches die Philosophie nicht allein als theoretischen Diskurs, sondern auch als Lebensform versteht. In jedem Fall erscheint die eminente Vollzugform der als Weisheit gekennzeichneten Vernunfttätigkeit auf besondere Weise gebunden an die Möglichkeiten des Subjekts. Epistemischer Primat und existentielle Dimension der Weisheit stehen nicht - wie oft behauptet - im Gegensatz zueinander, sondern scheinen zu koinzidieren. Darin zeigt sich ein wichtiges Proprium der Weisheitsthematik gegenüber rein epistemologischen Begründungsfiguren. Charakteristisch für die philosophische Weisheit ist der durchgängig artikulierte Zusammenhang zwischen der Möglichkeit und der Gestalt vollendeten Wissens auf der einen und dem Menschen als dem Träger dieses Wissens auf der anderen Seite. Ein derartiges Philosophieverständnis im Horizont der Weisheit ist für die europäische Philosophietradition bis in die Neuzeit hinein bestimmend. Bei der Rekonstruktion der "Liebesgeschichte" zwischen Philosophie und Weisheit kommt dem gewöhnlich wenig beachteten Mittelalter eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird das aristotelische Modell einer philosophischen Weisheit zum Ausgangspunkt kontroverser Debatten um das Selbstverständnis der Philosophie, die auf neuzeitliche Problemstellungen hinführen. Im Aufweis der unterschiedlichen Alternativen im Mittelalter und ihrer wirkungsgeschichtlichen Bedeutung soll ein Potential erschlossen werden, welches die Philosophie auch heute als Antwort auf die ursprüngliche Frage nach der Weisheit begreifbar macht.

Ergebnisse:
Publikationen: Philosophie als Lebensform? Zum Verhältnis von Philosophie und Weisheit im Mittelalter, in: Tijdschrift voor Filosofie 62 (2000), pp. 3-25. -- Sapientia nostra. Zum Verhältnis von philosophischer und theologischer Weisheit in den Pariser Debatten am Ende des 13. Jahrhunderts, in: J. A. Aertsen / K. Emery, Jr. / A. Speer (edd.), Nach der Verurteilung von 1277. Philosophie und Theologie an der Universität von Paris im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. Studien und Texte (Miscellanea Mediaevalia 28), Berlin-New York 2000, pp. 248-275. -- Artikel "Weisheit", in: LexMA 8 (München 1997), coll. 2135-2137. -- "Im Spannungsfeld der Weisheit. Anmerkungen zum Verhältnis von Metaphysik, Religion und Theologie", in: Th. Kobusch / M. Erler / I. Männlein-Robert (edd.), Metaphysik und Religion. Zur Signatur des spätantiken Denkens, München/Leipzig, 2002, S. 649-672.

Auszeichnungen und Preise:
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Ausstattung:
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