Titel:
Im Zweifel gegen den Angeklagten? Ankereffekte als Urteilsverzerrungen in der juristischen Urteilsfindung und ihre Korrekturmöglichkeiten
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:
Kurzbeschreibung:
Ankereffekte, das heißt die Assimilation von numerischen Urteilen unter Unsicherheit an eine Zahlenvorgabe, erweisen sich als extrem robuste Urteilsverzerrungen. Aufbauend auf Befunde von Tversky & Kahneman (1974) untersuchen wir in unserem Forschungsprojekt für den juristischen Anwendungskontext, inwieweit eine Strafmaßforderung direkten Einfluss auf Strafurteile hat. Erste Untersuchungen im juristischen Kontext mit Juristen als Untersuchungsteilnehmer belegen deutliche Effekte auf die richterliche Urteilsfindung: Richterliche Strafurteile sind beeinflusst durch Strafmaßforderungen (Ankervorgaben), auch wenn diese von Laien formuliert wurden, von einem Zwischenrufer in den Gerichtssaal gerufen werden oder offensichtlich per Zufall bestimmt wurden. Korrekturmöglichkeiten für diese Urteilsverzerrungen sollen in dem Forschungsprojekt erarbeitet werden.
Schlagworte:
Sozialpsychologie
Rechtspsychologie
Soziale Kognition
Urteilsheuristiken
Richterliche Entscheidungsfindung
Laufzeit: von 11.2001 bis 12.2003
Förderinstitution:
DFG ,Genehmigungsdatum: 05.10.2001
Publikationen: