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Drittmittelprojekt

Titel:
Die Demokratiematrix als Alternative zu den Demokratieindizes von Freedom House und Polity: Die Anwendung des Varieties-of-Democracy-Datensatzes anhand der 15-Felder-Matrix der Demokratie

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Die Demokratiemessung hat sich zu einem bedeutenden Teilbereich der Vergleichenden Politikwissenschaft entwickelt. Jedoch finden sich aufgrund konzeptioneller und methodischer Mängel bis heute wenig geeignete Messinstrumente der Demokratiequalität, die sowohl eine lange Zeitreihe als auch ein differenziertes Erfassen einzelner Teilbereiche der Demokratie bieten, so dass sich hier ein signifikantes Forschungsdesiderat zeigt.

Durch die Verbindung der 15-Felder-Matrix und dem Datensatz von Varieties of Democracy kann diese Lücke nachhaltig geschlossen werden. Mit der 15-Felder-Matrix hat der Antragssteller einen eigenen konzeptionell fundierten Vorschlag vorgelegt, der zwischen zentralen demokratischen Institutionen (Entscheidungsverfahren, Intermediäre Vermittlung, Kommunikation bzw. Öffentlichkeit, Rechtsgarantie sowie Regelsetzung und -anwendung) und drei Dimensionen (politische Freiheit, politische Gleichheit, rechtliche und politische Kontrolle) unterscheidet. Bislang musste eine umfassende Querschnitts- oder Längsschnittuntersuchung aufgrund des geringen Datenmaterials ausbleiben. Dies ändert sich jedoch mit dem neuen, frei zugänglichen Datensatz der Varieties of Democracy des Department of Political Science an der Universität Göteborg (Schweden) und des Kellogg Institute an der Universität Notre Dame (USA), der auf einer methodisch anspruchsvollen Basis eine breite Fülle an Indikatoren für eine große Fallzahl über einen langen Zeitraum (1900-2012) bietet.

Dieses Projekt verfolgt vier Zielsetzungen: erstens die konzeptionelle Präzisierung der 15-Felder-Matrix als Vorbedingung für die optimale Verwendung als quantitatives Messinstrument; zweitens die Operationalisierung der Matrix anhand der der Varieties-of-Democracy-Daten zur Gewinnung des neuen Demokratiemessinstruments; drittens die deskriptive Auswertung und Validierung des neu gewonnenen Datensatzes für die Demokratiemessung und viertens die Erstellung einer englischsprachigen Homepage, die neben dem freien Zugang zu dem Datensatz einfache Funktionen zur Ausgabe von Grafiken zur Verfügung stellt.

Das neue Messinstrument der Demokratiematrix basiert auf einer differenzierten Demokratiekonzeption und ermöglicht anhand verschiedener Aggregationsstufen den Forschenden sowohl eine Regimeklassifizierung als auch die Identifizierung von Verbesserungspotenziale anhand defizitärer Ausprägungen einzelner Felder, Institutionen oder Dimensionen. Schließlich können die Ausprägungen der Dimensionen und Institutionen zu empirischen Profilen von Demokratien verdichtet werden, die neue Einblicke sowohl in den Demokratisierungsprozess als auch in das Funktionieren von etablierten Demokratien gewähren. Insgesamt bietet der Datensatz, der 200 Länder über 100 Jahre erfasst, mit seinen rund 600.000 Messpunkten eine ausgezeichnete Grundlage für die Demokratieforschung, so dass eine attraktive Alternative zu den bislang gängigen Datensätzen von Polity und Freedom House angeboten wird.

Schlagworte:
    Demokratiemessung
    Demokratieindex
    Demokratiematrix
    Varieties-of-Democracy
    Demokratieprofile
    Demokratiequalität

Laufzeit: von 04.2016 bis 04.2018

Förderinstitution:
DFG ,Genehmigungsdatum: 22.12.2015

Publikationen:

Links:
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