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Forschungsschwerpunkt:  

Lehrstuhl f. Zoologie II (Verhaltensphysiologie und Soziobiologie)
Am Hubland, Biozentrum, D-97074 Würzburg
Mail: bz-zoo2@biozentrum.uni-wuerzburg.de
Url: http://www.biozentrum.uni-wuerzburg.de

Wissenschaftliche Mitglieder:

   Professoren:

   Privatdozenten:

   Wissenschaftliche Mitarbeiter:

   Sonstige beteiligte Personen und Organisationen:

Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):
Der Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie ist an zwei Sonderforschungsbereichen beteiligt. Prof. B. Hölldobler ist Gründungssprecher des SFB 554 "Mechanismen und Evolution des Arthropodenverhaltens". Der Lehrstuhl ist mit sieben Teilprojekten in diesem SFB beteiligt. Außerdem ist der Lehrstuhl mit zwei Projekten am SFB 567 "Mechanismen der interspezifischen Interaktion von Organismen" vertreten.

Unsere Arbeitsgruppe ist an dem European TMR Network "Social Evolution: An Integrated Study of the Effects of Kinship, Communication, Productivity and Disease" beteiligt. Außerdem sind wir mit dem European TMR Network "Integrated Studies of the Economy of Insect Societies" assoziiert. An diesen Europäischen Forscher-Netzwerken nehmen Forschergruppen aus Kopenhagen, Zürich, Sheffield, Keele, Florenz, Oulu, Uppsala und Leuven teil.

Außerdem ist unsere Gruppe an der internationalen "Santa Fe-Study Group Social Insects" beteiligt.

Doktoranden(innen), die abgeschlossen haben und an den Forschungsarbeiten wesentlichen Anteil hatten:
Dr. C. Liefke (Würzburg, Frankfurt), Dr. O. Rüppell (Würzburg), Dr. B. Ehmer (Würzburg), Dr. B. Trunzer (Würzburg), Dr. B. Oberstadt (Würzburg, Regensburg), Dr. J. Tentschert (Erlangen), Dr. S. Foitzik (Würzburg, Regensburg), Dr. E. Janssen (Erlangen), Dr. J. Paul (Würzburg), Dr. Walter Federle (Würzburg), Dr. E. Kohl (Erlangen), Dr. C. Sauer (Würzburg), Dr. K. Schilder (Würzburg).

Die sozialen Insekten (vor allem Ameisen, soziale Bienen und Wespen, Termiten) spielen eine dominante Rolle in der terrestrischen Ökologie. Ihr erstaunlicher evolutionärer Erfolg basiert zum Großteil auf einem komplexen Arbeitsteilungssystem, an dem Hunderttausende, in einigen Fällen sogar viele Millionen Individuen beteiligt sind. Solch kooperative Organisationen können nur mit Hilfe eines integrierenden Kommunikationssystems funktionieren.
Zu unseren Forschungsschwerpunkten gehört, die Verhaltensmechanismen, die Chemie und Physik, die Neurophysiologie und "Informationstechnologie" aufzuklären, die diesen Kommunikationssystemen zugrunde liegen.
Ein weiterer Schwerpunkt beschäftigt sich mit der Energetik des Furagierverhaltens bei Ameisen und Honigbienen und mit den komplexen Interaktionen von symbiotischen Pilzen mit Ameisen (F. Roces; SFB 554, 567).
In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Mikrobiologie der Universität Würzburg (Prof. Dr. R. Gross) untersuchen wir außerdem die Evolution und Funktion der Interaktionen endosymbiotischer Bakterien mit Ameisen der Gattung Camponotus (SFB 567).

Ergebnisse:
In den vergangenen vier Jahren wurden sehr gute Fortschritte in der Aufklärung der chemischen Kommunikationssignale (Pheromone) bei Ameisen erzielt. Vor allem in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von Prof. Bestmann (Erlangen) und Prof. Morgan (Keele, UK) konnten die chemischen Strukturen und die Funktionen von Spurpheromonen bei Pachycondyla tarsata, Eutetramorium mocquerysi, Mayriella overbecki, Camponotus socius und Pogonomyrmex-Arten aufgeklärt werden. Des Weiteren konnten neue Rekrutierungsmechanismen und die Multimodalität der beteiligten Signale bei einer Reihe von Ameisenarten analysiert werden, vor allem bei Mystrium rogeri, Camponotus spp. und bei mehreren Polyrhachis-Arten (in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Maschwitz, Frankfurt).
Die Regulation der reproduktiven Arbeitsteilung und die zugrunde liegenden Mechanismen wurden unter anderem an Harpegnathos saltator, Pachycondyla villosa, Pachycondyla stigma, Diacamma sp., Eutetramorium mocquerysi, Crematogaster smithi und Leptothorax-Arten untersucht (z.T. in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. J. Heinze, Regensburg). Dabei wurden vor allem Verhaltensinteraktionen und die beteiligten chemischen Signale (kutikuläre Kohlenwasserstoffprofile), sowie die genetischen Verwandtschaftsverhältnisse der interagierenden Individuen analysiert. Für verschiedene Arten konnte gezeigt werden, dass die kutikulären Kohlenwasserstoffprofile der Innen- und Außendienstarbeiterinnen, der reproduzierenden Tiere und der potentiellen (noch nicht begatteten) weiblichen Geschlechtstiere signifikant verschieden sind (Dr. Jürgen Liebig, SFB 554 in Zusammenarbeit mit Prof. C. Peeters CNRS, Paris; Dr. Jürgen Gadau).
Sowohl für blatt- und grasschneidende Ameisen, wie auch für nektarsammelnde Ameisenarten, konnte ein großes Datenmaterial gesammelt werden, mit Hilfe dessen verschiedene Modelle zur optimalen Furagierstrategie bei sozialen Insekten überprüft werden können. Außerdem wurden die Funktionsmorphologie und die Mechanismen der flüssigen Nahrungsaufnahme bei verschiedenen Ameisenarten untersucht. Diese Ergebnisse sind nicht nur für die spezielle Verhaltensphysiologie von Interesse, sie haben auch große Bedeutung für die Ökologie, denn Ameisen gehören in den Tropen zu den wesentlichen Besuchern extrafloraler Nektarien, und die Blattschneiderameisen sind die bedeutendsten Herbivoren in den Neotropen (Dr. Flavio Roces, SFB 554; SFB 567).
In dem interdisziplinären Projekt "Charakterisierung der symbiontischen Beziehungen von intrazellulären Bakterien und Ameisen" (SFB 567) war es möglich, die Bakterien-Gattung molekulargenetisch zu charakterisieren und als neue Gattung "Blockmannia" zu benennen (Candidatus Blockmannia gen. nov). Außerdem gelang uns der Nachweis einer Kospeziation der Endosymbionten und ihrer Ameisenwirte (mit Prof. R. Gross, Dr. C. Sauer, Dr. J. Gadau; SFB 567).

Auszeichnungen und Preise:
siehe Auszeichnungen, Preise etc. englisch

Ausstattung:
keine Angaben

Links:
keine Angaben