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Drittmittelprojekt

Titel:
Neuro- und molekulargenetische Analyse komplexer Verhaltensleistungen von Drosophila

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:

Im Antragszeitraum wurde eine neue Duftlern-Apparatur entwickelt, die es uns erlaubt vier Versuche auf einmal durchzuführen. Sie zeichnet sich durch neue, robuste Schock-Röhren aus, deren Kupfer-Drähte in die Röhrenwand eingelassen sind (anstatt der aufgerollten elektrischen Gitter). Lernwerte (performance indices, PIs) liegen zur Zeit bei 0.6 (gegenüber 0.9 in der herkömmlichen Apparatur).



Wir haben uns erneut mit der Kontext-Generalisierung beschäftigt und die Frage gestellt, ob nach einer Kontextveränderung, die den Abruf des Gedächtnisinhaltes unterdrückt, der Abruf im alten Kontext wieder hergestellt werden kann. Es stellte sich heraus, dass die Gedächtnisspur auch im alten Kontext verloren blieb, nachdem man sie einem neuen Kontext ausgesetzt hatte. Der Verlust tritt nicht sofort auf; die Gedächtnisspur ist nach 15s noch signifikant, nach 30s jedoch nicht mehr.



Wir erhielten und testeten zwei neue UAS-GAL4 Effektor Konstrukte mit deren Hilfe genetische Eingriffe in den Pilzkörpern durchgeführt werden können. Eines der Konstrukte stammte von U. Heberlein (San Francisco) und ist ein ?tetanus toxin lightchain (TNT)?-Insert, das nur minimale Leck-Expression aufweisst und keine offensichtlichen Schäden an der Insertionsstelle erzeugt. Das Konstrukt ist voll lebensfähig und zeigt keine störenden Effekte auf das olfaktorische Lernen. Einige Pilzkörper-GAL4-Linien, die sich mit den alten Konstrukten nicht entwickelten, vermehren sich jetzt in Kombination mit dem neuen Konstrukt. Ein anderes Effektorgen-Konstrukt wurde uns von T.Kitamoto (Duarte, Kalifornien) zur Verfügung gestellt und ist eine temperatursensitive dominant-negative Form von Dynamin (shibiri-ts1). Durch die Aufzucht von GAL4-MB247/UAS- shibiri-ts1 Fliegen bei 24°C, einem ersten Test dieser Fliegen, Tempearaturerhöhung auf 32°C und anschliessendem zweiten Test konnten wir zeigen, dass Eingriffe in die Pilzkörper das olfaktorische Gedächtnis innerhalb von weniger als 15 min. blockieren.



Ausserdem haben wir das Expressionsmuster von 40 Pilzkörper-GAL4Linien quantifiziert. Dazu gehört die Ermittlung der Anzahl der Kenyonzellen, die Lokalisierung der Zellkörper-Cluster der Kenyonzellen und die Messung von Verteilung und Grad der Kennzeichnung in Pedunkel und Loben. Diese Arbeit liefert so eine solide Basis um die verschiedenen pilzkörperabhängigen Verhaltensdefekte einem Pilzkörper-Subsystem zuzuschreiben.

Schlagworte:
    Drosophila
    Lernen
    Olfaktion
    Kontext-Generalisierung
    Pilzkörper

Laufzeit: von 04.2000 bis 03.2003

Förderinstitution:
Sonstige öffentliche Mittel ( HFSP ) ,Genehmigungsdatum: 28.03.2000

Publikationen: