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Drittmittelprojekt

Titel:
Halboffene Weidelandschaften und Feldgraslandschaften als alternative Leitbilder für die Pflege von Trockenstandorten und ihre Konsequenzen für das Überleben von Flora und Fauna

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Viele wärmebegünstigte Trockenlebensräume an den Hanglagen der Mittelgebirge gehen bei Nutzungsauflassung im Zuge der Sukzession in wärmeliebende Laubwaldgesellschaften über. Da diese Lebensgemeinschaften artenärmer sind, als die speziell an bedrohten Arten reichen Trockenlebensräume, werden im Naturschutz diese Flächen durch Mahd oder Beweidung, z.T. unter erheblichem finanziellen Aufwand, durch Landschaftspflege erhalten.
Vor dem Hintergrund der teuren Landschaftspflege wird nach kostengünstigeren Alternativen gesucht. Der Ansatz unseres Projektes besteht darin, räumlich und zeitlich dynamische Landbewirtschaftungsformen zu simulieren, die historisch zu den artenreichen Trockenlebensräumen geführt haben. Dazu sollen in der Landschaft des Hassbergetraufs zwei Maßnahmen erprobt werden:
a) Extensive Beweidung - Eine auf einer großen Fläche freilaufende Ziegenherde soll durch unterschiedlich intensive Beweidung ein seminatürliches Habitatmosaik schaffen.
b) Fräsen - Aufwachsende Gebüsche werden durch Fräsen bis in den Wurzelhorizont entfernt. Im Gegensatz zur üblichen Vorgehensweise muß diese Maßnahme nicht jedes Jahr durchgeführt werden. Diese Bewirtschaftungsform ahmt die Feldgraslandschaft als eine ursprüngliche Kulturform nach. Da immer nur Teile einer Habitatfläche in einem Jahr bearbeitet werden soll sie ebenfalls zur Entwicklung eines heterogenen Habitatmosaiks führen.
Untersucht wird im Rahmen des geplanten Projektes, wie das entstehende räumliche und zeitliche Mosaik aus Habitatflächen durch Tiere und Pflanzen besiedelt wird. Dabei spielen in den zoologischen Teilprojekten die jeweilige Habitateignung einer Sukzessionsfläche zu einem gegebenen Zeitpunkt und die Mobilität als Faktor für die Erreichbarkeit einer Fläche eine Rolle. Diese Daten fließen dann mit Vorhersagen über die botanische Entwicklung der Flächen im Sukzessionsverlauf in Modellierungen ein, die die Aussterbewahrscheinlichkeit der Art unter unterschiedlichen Szenarien prognostizieren sollen. Dadurch läßt sich überprüfen, welche Bedingungen die Voraussetzung dafür sind, dass trotz Kostensenkung durch alternative Landschaftspflegemaßnahmen die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Art in einem Gebiet gleich bleibt oder sogar verbessert werden kann.

Schlagworte:
    Artenschutz
    Habitat-Fragmentierung
    Metapopulationsdynamik
    Landschaftspflege

Laufzeit: von 05.2000 bis 11.2003

Förderinstitution:
Bund ( BMBF ) ,Genehmigungsdatum: 05.04.2000

Publikationen: