Titel:
Boryl- und Borylenkomplexe von Palladium und Platin
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Kurzbeschreibung:
Die in jüngerer Vergangenheit in großer Vielfalt synthetisierten Borylkomplexe stellen wichtige Zwischenstufen bei Übergangsmetall-vermittelten Hydroborierungs- sowie CH- und CF-Bindungsaktivierungsprozessen dar. Von besonderer Bedeutung sind Verbindungen des genannten Typs mit Gruppe 10-Metallen, da sie hochselektive Knüpfungen von CC-Bindungen und Diborierungsreaktionen ermöglichen. Weniger zahlreich, jedoch nicht weniger bedeutend sind Borylenkomplexe; diese Verbindungen machen die Chemie mit den hochreaktiven, in freier Form unter milden Bedingungen nicht handhabbaren Borylenen BR möglich. Ausgehend von Borylkomplexen des Typs [(R3P)2PtX{BRR}] konnten im Rahmen des laufenden Projekts kationische Boryl- und Borylenkomplexe, dikationische Borylkomplexe, Iminoboryl- und Oxoborylkomplexe erhalten und umfassend charakterisiert werden. Die begonnenen Untersuchungen zur Reaktivität der genannten Substanzen sollen fortgeführt und ausgeweitet werden. Im weiteren Verlauf soll die Bedeutung der kationischen und dikationischen Spezies in Katalysemechanismen bezüglich Oligomerisierung und Funktionalisierung organischer Substrate eingehend untersucht werden. Darüber hinaus sollen aus den Platinborylkomplexen heterodinukleare Borylenkomplexe und neuartige, hochgeladene Spezies erzeugt werden. Ausgehend von den bisher erfolgreichen Synthesestrategien, ist ein allgemeiner Zugang zu den bisher kaum untersuchten und unzureichend charakterisierten Nickelborylkomplexen angestrebt. Schließlich sollen die Bindungsverhältnisse und die chemischen Eigenschaften von Iminoboryl- und insbesondere Oxoborylkomplexen systematisch erforscht werden, insbesondere hinsichtlich der Erzeugung neuartiger Bor-Element-Mehrfachbindungssysteme, die auch oligomerer bzw. polymerer Natur sein können.
Laufzeit: von 01.2010 bis 01.2013