Titel:
Reaktivität nicht-koordinierter Borole
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Kurzbeschreibung:
Bis heute ist das Substitutionsmuster am Boratom freier Borolderivate auf wenige organische Substituenten bzw. metallorganische Komplexfragmente limitiert. Dennoch zeichnet sich ab, dass die elektronischen Eigenschaften wie HOMO-LUMO-Abstand, Redoxpotential und Ladungsdichteverteilung maßgeblich durch den Bor-ständigen Substituenten beeinflusst werden können. Das elektronenarme Borzentrum induziert zudem eine starke Lewis-Acidität der Borole, die für potentielle Anwendungen in der Katalyse, der Sensorik von Anionen oder in der Optoelektronik genutzt werden könnte. Um den Einfluss des Substituenten auf die elektronischen Eigenschaften systematisch zu untersuchen, soll das Spektrum von Borolderivaten durch Variation des Substitutionsmusters am Borzentrum erweitert werden. Da hier die konventionelle Methode des Zinn-Bor-Austauschs häufig an ihre Grenzen stößt, werden zwei alternative Synthesestrategien vorgeschlagen, die auf ihre generelle Anwendbarkeit geprüft werden sollen. Mit dem 1 Chlorborol (ClBC4Ph4) und dessen, durch chemische Reduktion erhaltenen, dianionischen Derivat K2[ClBC4Ph4] stehen dazu zwei Vorstufen komplementärer Polarität zur Verfügung. Neben K2[ClBC4Ph4] sollen weitere Boroldianionen durch Reduktion erhalten und in Bezug auf ihre Reaktivität gegenüber Hauptgruppenelementverbindungen eingehend untersucht werden.
Für Bor-zentrierte Nukleophile sind bisher wenige Beispiele bekannt, die aber aufgrund ihres Synthesepotentials von großem Interesse sind. In Vorarbeiten hat sich gezeigt, dass das 1 Chlorborol über Koordination mit einem N-heterocyclischen Carben und anschließende Reduktion in ein -Borylanion überführt werden kann. Im Rahmen dieses Projekts sollen derartige Spezies im Hinblick auf Reaktivität und Darstellung analoger Systeme umfassend untersucht werden.
Laufzeit: von 01.2010 bis 01.2013
Förderinstitution:
DFG