Titel:
Kombinatorische Entwicklung chemischer Rezeptoren für Oligopeptide mit freiem C-Terminus am Beispiel eines Alzheimer-Modellpeptids
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:
Kurzbeschreibung:
Die unkontrollierte Selbstaggregation von Peptiden unter Bildung unlöslicher Ablagerungen ist verantwortlich für zahlreiche neurodegenerative Erkrankungen bei Mensch und Tier wie z.B. Alzheimer, Creutzfeldt-Jakob, BSE und Scrapie. Die hieran beteiligten Peptide sind aufgrund ihrer Komplexität oder unzureichenden Löslichkeitseigenschaften häufig für direkte Untersuchungen nicht geeignet, so dass auf Modellsysteme zurückgegriffen werden muss, um mehr über die molekularen Abläufe derartiger Aggregationsprozesse zu lernen. Erkenntnisse, die an solchen niedermolekularen Modellen gewonnen werden, können dann wieder zum besseren Verständnis der komplexeren natürlichen Syteme herangezogen werden. Künstliche Rezeptormoleküle, die für die spezifische Wechselwirkung mit derartigen Oligopeptiden maßgeschneidert sind, sollten zudem geeignet sein, auch die biologischen Wirkungen dieser Substrate zu beeinflussen und könnten so nicht nur zum Studium der entsprechenden zellulären Prozesse dienen, sondern auch entscheidende Hinweise für die Entwicklung neuartiger medizinischer Therapieansätze bieten.
Im Rahmen dieses Projektes ist es daher beabsichtigt, mit Hilfe computergestützter Rechnungen und kombinatorischer Verfahren synthetische Rezeptoren für die selektive Erkennung und Bindung von kleinen Oligopeptiden mit freiem C-Terminus in wässrigem Milieu zu entwickeln und diese dann in vitro an Modellsystemen für ein konkretes, medizinisch relevantes Oligopeptid, das bei der Alzheimerschen Krankheit wichtige Amyloid-b-Peptid, auf ihre Eigenschaften hin zu testen. Dadurch sollen Ansatzpunkte für die Entwicklung von auch in vivo einsetzbarer Systeme erhalten werden.
Schlagworte:
Rezeptorbibliotheken
Laufzeit: von 10.2000 bis 09.2002
Förderinstitution:
DFG ,Genehmigungsdatum: 10.07.2000