Titel:
Rationale Entwicklung funktioneller Rezeptoren zur sequenzspezifischen Bindung und Spaltung kleiner Peptide in wäßriger Lösung
Projektleitung an der Universität Würzburg:
Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:
Kurzbeschreibung:
Bei vielen lebenswichtigen Prozessen im menschlichen Körper wie der Immunabwehr oder der Kontrolle des Zellwachstums ebenso wie bei den molekularen Ursachen vieler Krankheiten, wie z.B. Alzheimer oder Krebs, spielen selektive Wechselwirkungen von kleinen Peptiden oder Proteinfragmenten mit den jeweiligen körpereigenen Rezeptorsystemen eine entscheidende Rolle. Künstliche Rezeptormoleküle, die für die spezifische Wechselwirkung mit derartigen Peptiden maßgeschneidert sind, sollten somit die biologischen Wirkungen dieser Substrate beeinflussen und könnten so nicht nur zum Studium der entsprechenden zellulären Prozesse dienen, sondern auch entscheidende Hinweise für die Entwicklung neuartiger medizinischer Therapieansätze bieten.
Im Rahmen dieses Projektes ist es daher beabsichtigt, neue Bindungsmotive mit Hilfe von Modellrechnungen gezielt zu entwickeln, die Aminosäuren mit freiem C-Terminus in wäßriger Lösung sequenz- und stereoselektiv erkennen und binden können, um durch gezielte strukturelle Variation solcher Rezeptoren und unter Anwendung physikalischer Methoden (z.B. NMR, UV, Fluoreszenz) Aussagen über die unterschiedliche Bedeutung der verschiedenen nicht-kovalenten Wechselwirkungen für die Energetik und Struktur solcher Komplexe und für die Ursache der Sequenzspezifität zu gewinnen. Ebenso soll parallel dazu für das konkrete Beispiel des aus pharmakologischer Sicht interessanten Dipeptids D-Ala-D-Ala einen sequenzspezifischen Rezeptor ausgehend von den so identifizierten Bindungsmotiven de novo zu entwickeln, der letztlich durch Kombination mit einer hydrolytisch aktiven Gruppe zu einer künstlichen Peptidasen ausgebaut werden soll.
Schlagworte:
Peptidrezeptoren
Laufzeit: von 10.2000 bis 09.2002
Förderinstitution:
DFG ,Genehmigungsdatum: 13.07.1999