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Drittmittelprojekt

Titel:
DRUID

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Im Jahr 2000 wurden EU-weit mehr als 40.000 Menschen im Straßenverkehr getötet und mehr als 1,7 Mio. verletzt. Eine konstant hohe Zahl an Unfällen kann auf psychoaktive Substanzen zurückgeführt werden. Das EU-Projekt DRUID, an dem über 30 Institute aus 18 EU-Ländern beteiligt sind, soll einen Beitrag zur Verringerung der Verkehrsunfälle leisten, indem es Auskunft gibt über die Verbreitung verschiedener Substanzen im Straßenverkehr, deren tatsächlichen Einfluss auf die Verkehrssicherheit, mögliche Sicherheitsmaßnahmen, aber auch über erfolgversprechende Forschungsmethoden.

Im Rahmen dieses Projekts ist das IZVW zum einen mit einer Metaanalyse experimenteller Studien zu Alkohol beauftragt. Empirische Befunde bezüglich der Wirkung von Alkohol werden gesammelt und nach methodischen Kriterien gewichtet. Die einzelnen Ergebnisse werden für verschiedene Leistungsparameter (z.B. Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Spurhaltung) zusammengefasst, um die beeinträchtigenden Effekte von Alkohol auf fahrrelevante Fähigkeiten in Abhängigkeit der Blutalkoholkonzentration (BAK) zu quantifizieren. In gleicher Weise wird für illegale Drogen und Medikamente vorgegangen.

Zum anderen ist es Aufgabe des IZVW, eine Prävalenzschätzung für Fahrten unter illegalen Drogen zu liefern. Der repräsentative Zugang über ein Roadside-Survey ist aus verschiedenen Gründen nicht geeignet. Deshalb soll ab Februar 2007 eine mehrwöchige Befragung von Drogenkonsumenten über deren Fahr- und Konsumverhalten diese Zahlen liefern. Der zeitliche Rahmen für die Bearbeitung dieser epidemiologischen Studie umfasst drei Jahre. Die Befragung richtet sich an Drogenkonsumenten, die über einen Führerschein verfügen und aktiv am Verkehr teilnehmen. Die Probanden werden einmalig zu Beginn der Untersuchung zu ihrer Person und zu verschiedenen Persönlichkeitsvariablen befragt. Diese Daten dienen der Beschreibung der Stichprobe und der Informationsgewinnung für Rehabilitation und Prävention. D.h. es sollen Personenmerkmale bestimmt werden, die das Risiko einer Drogenfahrt erhöhen. Außerdem sollen situative Aspekte identifiziert werden, die mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu einer Drogenfahrt führen. Dies geschieht über die genaue Protokollierung des Tagesablaufs. Die täglichen Angaben hierzu erfolgen mit Hilfe eines Blackberrys, das jedem Probanden vom IZVW zur Verfügung gestellt wird und einen Fragebogen zum Drogenkonsum und den zurückgelegten Wegen enthält. Aus der Häufigkeit von Fahrten unter Drogen innerhalb der Stichprobe wird schließlich über allgemeine Mobilitätsmaße sowie über bereits bekannte Drogenprävalenzen auf den tatsächlichen Anteil an Fahrten unter Drogen innerhalb Deutschlands geschlossen.

Schlagworte:
    Verkehr
    Drogen
    Medikamente
    Alkohol
    Verkehrssicherheit
    psychotrope Substanzen

Laufzeit: von 10.2006 bis 10.2011

Förderinstitution:
EU ,Genehmigungsdatum: 13/09/06

Links:
official DRUID Web-Site