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Drittmittelprojekt

Titel:
Die Bedeutung der unspezifischen Immunantwort (Aktivierung von dendritschen und γ/δ T-Zellen) bei aberranten Immunreaktionen während akuter viraler Infektionen im Kindesalter

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Die erregerunspezifische Aktivierung früher Abwehrmechanismen ist entscheidend für die initiale Kontrolle von Pathogenen und für die Aktivierung der adaptiven Immunantwort. Dies ist vor allem für bakterielle Infektionen hinsichtlich der Aktivierung von γ/δ-T-Zellen und professionellen antigen-präsentierenden Zellen (APC) wie Makrophagen und dendritischen Zellen (DC) dokumentiert. γ/δ-T-Zellen erkennen nicht MHC-restringiert wahrscheinlich zelluläre Streßproteine, die als 'Gefahrensignale' von infizierten Zellen freigesetzt werden. Aktivierte und expandierte γ/δ-T-Zellen entwickeln ähnlich wie α/β T-Zellen zytotoxische Aktivität, die zu einer unspezifischen Elimination auch infizierter Zellen und, zu einem späteren Stadium der Immunaktivierung, auch zu einer Termination der adaptiven Immunreaktion beiträgt. Sie setzen auch Mediatoren frei, die essentiell für die Aktivierung von α/β T-Zellen, aber auch für andere Komponenten der unspezifischen Immunabwehr einschließlich von APC (Monozyten, Makrophagen und dendritische Zellen) sind. Diese sind im peripheren Gewebe lokalisiert, wo sie aufgrund ihrer hohen phagozytischen Aktivität Antigene aufnehmen, für die MHC-abhängige Präsentation prozessieren und, nach Migration in die lokalen sekundären lymphatischen Gewebe, T-Zellen aktivieren. Die besondere Bedeutung dendritischer Zellen für die Generierung einer adaptiven erregerspezifischen Immunantwort liegt in ihrer Fähigkeit, naive T-Zellen und damit eine primäre Immunreaktion zu stimulieren. Professionelle APC exprimieren Toll-ähnliche Rezeptoren (TLR), die direkt mit bakteriellen Zellwandbestandteilen interagieren und die Synthese proinflammatorischer Zytokine oder Monokine induzieren. Die Interferenz von Pathogenen mit der Ausreifung, Rekrutierung und Funktion von APC ist andererseits ein effizienter Mechanismus für eine Immunmodulation und damit für die Pathogenese und Etablierung persistierender Infektionen. Es ist durch eine Vielzahl von Befunden belegt, dass Erreger akuter viraler Infektionen im Kindesalter, insbesondere Masernvirus (MV), mit einer Aktivierung, jedoch auch mit einer Suppression der zellulären Immunantwort assoziiert sind. Die Interaktion dieser Viren mit Komponenten des unspezifischen Immunsystems, insbesondere die Bedeutung der γ/δ T-Zellen und professioneller APC für diese Modulationen ist weitgehend unbekannt. Die kürzlich in vitro erstmalig gezeigte Interaktion eines viralen Oberflächenproteins mit einem TLR legt nahe, dass auch andere virale Erreger möglicherweise mit derartigen Rezeptoren wechselwirken und so APC aktivieren können. Da zu dieser Thematik bislang keine systematischen Untersuchungen durchgeführt wurden, soll im vorgelegten Forschungsvorhaben an klinischem Material die Interaktion viraler Erreger, die akute Infektionen im Kindesalter induzieren, mit Komponenten des unspezifischen Immunsystems analysiert werden. Zu Beginn wollen wir uns auf das innerhalb der Arbeitsgruppen der Antragsteller gut etablierte Masern-System fokussieren, da die durch Masernvirus induzierte Immunsuppression auch klinisch hochrelevant ist, und die Analysen dann auf andere Erreger wie Mumps, Röteln, Varicellen, und Enteroviren erweitern. Die im Rahmen des Forschungsvorhabens zu erwartenden Befunde werden zu einem besseren Verständnis der Generierung protektiver, aber auch aberranter Immunreaktionen im Verlauf klinisch relevanter viraler Infektionen im Kindesalter beitragen.

Schlagworte:
    Virusinfektion
    &gamma /&delta T Zell Aktivierung
    Monozyten
    Toll-ähnliche Rezeptoren
    Zytokine

Laufzeit: von 05.2002 bis 04.2004

Förderinstitution:
Landeshaushalt Wissenschaftsministerium ,Genehmigungsdatum: 28.03.2002
Bund

Vorläuferprojekt:
nein

Publikationen: