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Drittmittelprojekt

Titel:
Quantitative nicht-invasive Erfassung des Östrogenrezeptorstatus und der Östrogenrezeptorbelegung des Myokards mit der Positronenemissionstomographie unter Verwendung von 16α-[18F]Fluorestradiol-17β-(FES).

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Herzkreislauferkrankungen sind nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei postmenopausalen Frauen. Seit einigen Jahren wird eine protektive Wirkung einer Östrogensubstitution kontrovers diskutiert. Aufgrund der derzeitigen Literatur muss angenommen werden, dass es gleichzeitig ungünstige und günstige Effekte einer Hormonersatztherapie gibt, wobei zwischen Östrogeneffekten differenziert werden muss, die über Gefäßendothelien und über das Myokard vermittelt werden. Zur Untersuchung dieser Effekte müssen einerseits Hormonspiegel im Blut und andererseits aber auch die Verteilung von Rezeptoren an entsprechenden Geweben erfasst werden. Während ersteres einfach möglich ist, ist die Messung der Rezeptorverteilung am menschlichen Myokard in vivo nur bedingt möglich. Dies wäre aber von großer Bedeutung, da der Rezeptor eine entscheidende Schaltstelle für Hormonwirkungen ist. Die Kenntnis des Rezeptorbesatzes würde nicht nur bessere Einblicke auf mögliche Wirkorte geben, sondern über die Messung von freien Bindungsstellen die Optimierung einer Therapie ermöglichen. Es konnten bereits α- und β-Östrogen-rezeptoren für das humane Myokard anhand von Myokardbiopsien nachgewiesen werden. Es handelt sich aber nur um exemplarische Untersuchungen. Bislang gibt es keine zuverlässigen Verfahren, die den Östrogenrezeptorstatus oder die Rezeptorbelegung in vivo beim Menschen erfassen können. Dies ist das Ziel des vorliegenden Projektantrages. Der gewählte methodische Ansatz basiert auf der Positronenemissionstomographie (PET). Aus der Literatur ist die Synthese des PET-Tracers 16α-[18F]Fluorestradiol-17β bekannt. Dieser Tracer bindet spezifisch an Östrogenrezeptoren wie beispielsweise für Meningeome gezeigt werden konnte. Zur Erfassung der Rezeptorbelegung unter Östrogensub-stitutionstherapie existieren bislang keine Untersuchungen. Die Untersuchungen sehen nach Etab-lierung der Synthese von 16α-[18F]Fluorestradiol-17β zunächst dynamische Messungen am Myokard von Ratten an einem Kleintier-PET mit der Generierung von Zeitaktivitäts-kurven vor. Mit Hilfe dieser Daten sollen kinetische Kompartmentmodelle getestet werden, bei denen die Bindung und Dissoziation vom Repeptor berücksichtigt wird. In einem 2. Schritt soll versucht werden, diese Modelle auf den Men-schen zu adaptieren und zu evaluieren. Das zu etablierende Verfahren soll individuelle Aussagen zur Effektivität einer Substitutionsbehandlung hinsichtlich der Rezeptorbelegung ermöglichen. Dadurch wird ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, welches einen genaueren Einblick in die Wirkungsweise von Östrogenen gestattet und die Interpretation und das Verständnis von klinischen Studien verbessert. Die erarbeiteten Verfahren stehen in engem thematischen Bezug zu den weiteren Arbeitsgruppen im IZKF, die sich mit Östrogenwirkungen am Myokard befassen. Da auch Untersu-chungen an Kleintieren ge-plant sind, kommen die Ergebnisse den Arbeitsgruppen von Dr. Pelzer und Prof. Neyses bzw. Dr. Lange zugute. So werden in-vivo-Untersuchungen an Tieren ermöglicht. Zum anderen wird für diese Arbeitsgruppen die Übertragung tierexperimenteller Daten auf den Menschen erleichtert.

Laufzeit: von 05.2002 bis 04.2004

Förderinstitution:
Landeshaushalt Wissenschaftsministerium
VW-Stiftung