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Forschungsschwerpunkt:  

Interdisziplinäres Zentrum "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" (Deutsche Krebshilfe)
Am Hubland, 97074 Würzburg
Mail: bweb@biozentrum.uni-wuerzburg.de
Url: http://www.uni-wuerzburg.de/humangenetics/brustkrebs/index.html

Wissenschaftliche Mitglieder:

   Professoren:

   Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):
Seit 1996 fördert die Deutsche Krebshilfe das Schwerpunktprogramm "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs", an dem bundesweit zwölf Zentren teilnehmen. An diesen Zentren wird betroffenen Familien eine interdisziplinäre Beratung und Betreuung sowie gegebenenfalls eine genetische Testung in den beiden bisher bekannten Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 angeboten. Eine weitere wichtige Aufgabe dieser Studie ist es, Empfehlungen und Richtlinien für eine künftige genetische Beratung und genetische Diagnostik zu entwickeln. In einer Zeit, in der Ärzte und Betroffene immer häufiger mit Fragen zur Genetik konfrontiert werden, stellen diese Zentren wichtige Anlaufstellen für eine breite Öffentlichkeit dar.

Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 46000 Frauen an einem Mammakarzinom, wobei eine genetische Disposition bei etwa 5% aller erkrankten Frauen angenommen werden muss. Obwohl noch immer kontrovers diskutiert, zeigen neuere epidemiologische Daten, dass das Vorhandensein einer Keimbahnmutation im BRCA1-Gen bei Frauen mit einem über 80%igen lebenslangen Brustkrebsrisiko einher geht. Über die Hälfte der Trägerinnen entwickelt bereits vor dem fünfzigsten Lebensjahr einen Brusttumor. Auch das lebenslange Risiko für das Auftreten eines Ovarialkarzinoms ist erhöht und wird gegenwärtig auf etwa 50% bis zum 75. Lebensjahr geschätzt. Eine Keimbahnmutation im BRCA2-Gen erhöht ebenfall das Brustkrebsrisiko auf bis zu 80%, führt aber auch zu einem erhöhten Risiko des Auftretens von Brust- und Prostatakrebs bei Männern. Darüberhinaus besteht bei männlichen wie auch weiblichen BRCA2 Mutationsträgern ein erhöhtes Risiko an Karzinomen der Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und des Magens zu erkranken.

Am Würzburger Zentrum "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" sind an der interdiziplinären Beratung das Institut für Humangenetik, die Universitäts-Frauenklinik und das Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie beteiligt. Die Kontaktaufnahme mit dem Würzburger Zentrum erfolgt im Allgemeinen telefonisch durch die ratsuchende Person oder über den behandelnden Frauenarzt. In einem ersten Beratungsgespräch werden genaue Informationen über die Stammbaumsituation, die gynäkologische Anamnese und die psychosozialen Gegebenheiten erhoben. Es folgt eine ausführliche Beratung über die genetischen Grundlagen des familiären Brust- und Eierstockkrebses, über gynäkologische Früherkennungsmöglichkeiten und entsprechendes Gesundheitsverhalten. Sich hieraus ergebende Fragen und psychosoziale Implikationen werden direkt besprochen. Von psychoonkologischer Seite werden insbesondere die Motivation, die Bewältigungsstrategien und die jeweilige Familiensituation thematisiert. Bei Bedarf werden weitergehende Betreuungsmöglichkeiten angeboten, wie Mitversorgung durch die Frauenklinik oder/und psychotherapeutische Gesprächsrunden.

Im Rahmen eines solch umfangreichen Beratungsangebots soll den Ratsuchenden ermöglicht werden, eine begründete Entscheidung für oder gegen eine molekulargenetische Testung der BRCA1- und BRCA2-Gene zu treffen. Falls eine molekulargenetische Analyse durchgeführt wird, erfolgt die Befundmitteilung wiederum im interdisziplinären Beraterkreis, in dem besonders auf die Konsequenzen einer molekulargenetischen Diagnostik eingegangen wird, Früherkennungs- und Nachsorgeempfehlungen erläutert und Hilfestellungen im Umgang mit dem Ergebnis gegeben werden.