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Forschungsschwerpunkt:  

Graduiertenkolleg Wahrnehmung der Geschlechterdifferenz in religiösen Symbolsystemen (Klinger)
Sanderring 2, 97070 Würzburg
Mail: thgk001@mail.uni-wuerzburg.de
Url: http://www.theologie.uni-wuerzburg.de/kolleg/

Wissenschaftliche Mitglieder:

   Professoren:

   Privatdozenten:

   Sonstige beteiligte Personen und Organisationen:

Forschungsschwerpunkte (und Projekte auf Basis der Grundausstattung):
Die verschiedenen Fachrichtungen des Kollegs gehen dem gemeinsamen Ziel der Geschlechterforschung im Rahmen einer
wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Religionen nach.

Der Begriff der Geschlechterdifferenz bringt die Verschiedenheit der Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern zum
Ausdruck, die zu den Grunderfahrungen menschlichen Lebens gehört. Die Reflexion über die konstitutive Bedeutung der
Kategorie Geschlecht hat sich inzwischen als interdisziplinäres und internationales Forschungsfeld im wissenschaftlichen
Diskurs unter dem Begriff Gender Studies etabliert.
Religionen waren und sind ein wichtiges Medium, um Geschlechterrollen zu konstituieren, zu prägen und zu stabilisieren. Sie
enthalten jedoch auch Momente, in denen festgesetzte Rollenmodelle unterlaufen und aufgebrochen werden können. Das
Kolleg befaßt sich mit Religionen aus verschiedenen räumlichen und zeitlichen Kontexten, setzt dabei aber bestimmte
Schwerpunkte:
Unter historischen Fragestellungen werden die Religionen vorgeschichtlicher und klassisch antiker Gesellschaften aus dem
europäischen Raum, im Vorderen Orient und Ägypten einbezogen, die für die europäische Kulturgeschichte und die christliche
Religion prägend waren. Ergänzend kommen empirische Fragestellungen hinzu, die sich auf gegenwärtige religiöse Formen
und Inhalte beziehen und auch die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft thematisieren.

Die gemeinsame Gesprächsebene für die verschiedenen religiösen Phänomene bietet das Verständnis von Religionen als
Symbolsysteme. Dieser aus der Kulturtheorie stammende Begriff faßt Religionen als geschichtlich übermittelte Komplexe von
Bedeutungen und Vorstellungen auf, die in symbolischer Form zutage treten und auf diese Weise ihre Kommunikation und
Weiterentwicklung ermöglichen (C. Geertz). Symbolsysteme funktionieren auf zweifache Weise: Sie sind einerseits Modelle
von Wirklichkeit und gestalten sie andererseits.
Da der Begriff der religiösen Symbolsysteme Methodenvielfalt impliziert - d.h. gleichermaßen integrierbar ist für eine
dekonstruktivistische Ausrichtung, die psychoanalytische Thematisierung der symbolischen Ordnung und eine essentialistische
Untersuchung von Lebenswelten - ergeben sich unterschiedlichste Anknüpfungspunkte sowohl für Fragestellungen der Gender
Studies als auch zu den Forschungsprojekten der Kollegmitglieder.
Auf diesen Gebieten arbeitet das Kolleg in interdisziplinärem Rahmen, der die Analyse unterschiedlichster Quellen wie z.B.
Texte, Bildmaterialien, archäologischer Funde und Interviews beinhaltet. Das breite Instrumentarium an Methoden, die den
individuellen Fragestellungen der Forschungsarbeiten gerecht werden sollen, ist ein Charakteristikum des Kollegs.
Berücksichtigt werden neben verschiedenen Gender-, Religions- und Kulturtheorien auch methodische Ansätze aus der
Kulturanthropologie, den Postcolonial Studies, der Literaturwissenschaft u.a., die den Anspruch des Kollegs unterstreichen den
sich in internationalen Diskursen rapide entwickelnden Forschungsgebieten Gender Studies und Religion gerecht zu werden.

Ergebnisse:
Publikation:
Elmar Klinger/Stephanie Böhm/Theodor Seidl (Hg.), Der Körper und die Religion, Das Problem der Konstruktion von
Geschlechterrollen, Würzburg 2000.