Startseite: Forschungsbericht      Personenindex      Schlagwortindex      zugeh.Orgeinheit            Page in english      Impressum+Datenschutz   

Drittmittelprojekt

Titel:
Belastung des Menschen durch Phytoöstrogene und Xenoöstrogene am Beispiel von ausgewählten Substanzen

Projektleitung an der Universität Würzburg:

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

Kurzbeschreibung:
Aus der Umwelt wird der Mensch gegenüber Chemikalien mit östrogener Aktivität aus verschiedenen Quellen exponiert. In pflanzlicher Nahrung finden sich Naturstoffe mit östrogener Wirkung (Phytoöstrogene) in hohen Konzentrationen, dadurch werden hohe Dosen an "Östrogenequivalenten" mit pflanzlicher Nahrung aufgenommen. Neben Phytoöstrogenen nimmt der Mensch auch Rückstände von Industriechemikalien mit östrogener Aktivität auf. In diesem Projekt sollte die Toxikokinetik einer Industriechemikalie mit östrogener Wirkung (Bisphenol A) und eines Phytoöstrogens (Daidzein) in Ratten und Menschen verglichen werden. Die erarbeiteten Daten sollen in den Risikobewertungsprozess für Chemikalien mit östrogenen Wirkungen einfließen. Zur Bestimmung der Toxikokinetik in Ratten wurden Bisphenol A und Daidzein oral, mittels Schlundsonde, verabreicht und gebildete Metabolite in Urin und Faeces quantifiziert. Vom verabreichten Bisphenol A wurden 30 % der applizierten Dosis im Urin, hauptsächlich in Form des Glukuronids, wiedergefunden; der Rest der Dosis wurde mit den Faeces eliminiert. Weniger als 10 % der gegebenen Daidzeindosis wurde im Urin in Form von Konjugaten eliminiert, die restlichen 90 % fanden sich auch in den Faeces. Die Elimination von Bisphenol A über Urin und Faeces war sehr langsam, dagegen wurde Daidzein über beide Wege schneller ausgeschieden. Zur Bestimmung der Toxikokinetik beider Verbindungen im Menschen wurden Dosen von 5 mg an jeweils sechs bzw. vier Freiwillige gegeben; Bisphenol A und Daidzein wurden im Urin und im Blut quantifiziert. Aufgenommenes Bisphenol A wurde vom Menschen sehr schnell und quantitativ in Form von Bisphenol A Glukuronid über den Urin eliminiert, im Vergleich dazu war die Elimination von Daidzein aus dem Blut langsamer und weniger als die Hälfte der Dosis wurden im Urin ausgeschieden. Die erhaltenen Daten deuten auf große Speziesunterschiede in der Biotransformation und Elimination besonders von Bisphenol A hin. Durch die sehr effiziente Kopplung an Glukuronsäure wird ein nicht mehr östrogen aktives Konjugat gebildet, dass schnell über den Urin ausgeschieden wird. Daher stehen für Interaktionen mit dem Östrogenrezeptor nur sehr niedrige Konzentrationen an Bisphenol A oder Daidzein im Erwachsenen zur Verfügung.

Schlagworte:
    Bisphenol A
    Daidzein
    Toxikokinetik im Menschen

Laufzeit: von 08.1997 bis 07.2000

Förderinstitution:
Bund

Publikationen: